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genwart  verhandelt  werden  sollte,  so  überfiel  er  vor  dem
ganzen  versammelten  Collegium  den  Kammerpräsidenten  von
Hardenberg  der  seit  Röders  Abgang  der  erste  und  vorsitende
  Rath  war,  mit  den  staͤrksten  persönlichen  Vorwürfen,
  daß  seine  höchsten  landesherrlichen  Befehle  osft  nichr
befolgt,  und  die  wichtigsten  Dinge  nach  bloßer  Privatwillkür
  behandelt  würden.  Je  weniger  nun  Hardenberg  eine
Scene  dieser  Art  erwartet  hatte,  und  je  weniger  er  auch  eine
nächst  vorangegangene  Gelegenheit  wußte,  die  diesen  heftigen
  Reiz  veranlaßt  haben  mochte,  desto  getrosier  schrieb  er
noch  an  eben  demselben  Tage  dem  Herzog,  und  der  Ober-Hofmarschall
  von  Wallbrunn  übergab  den  6.  April  Mittags
vor  der  Tafel  den  Brief,  der  eine  ruhige,  würdevolle  Vertheidigung
  enthielt.  Wenn  das  Ganze  zum  Frieden  gemeint  gewesen
  wäre,  so  hätte  Hardenbergs  Erklärung  Ruhe  und  Frieden
  hervorbringen  müssen;  allein  der  Herzog  wollte  Krieg,  und
antwortete  also  dem  beungnadigten  Minister  noch  an  eben
demselben  Tage  viel  rascher,  als  er  selbst  im  Geheimenrath
gesprochen  hatte.  Auch  wurden  ein  paar  Worte,  die  Hardenberg
  dem  Ober-Hofmarschall  von  Wallbrunn  gesagt  haben
mochte,  und  die  dieser  bei  Uebergebung  des  Briefes  an  den
Herzog  nur  wie  seine  eigenen  Worte  hinzusetzen  sollte,  höchst
begierig  aufgegriffen,  und  einzig  dahin  gedeutet,  als  ob  Hardenberg
  durchaus  seinen  Abschied  haben  wollte.  Keine  Aus-Fleichung
  und  keine  Erklärung  wurde  mehr  zugelassen;  der
Abschied  erfolgte  so  ungnädig,  als  möglich,  5)  nicht  einmal
*)  24.  Juni  4755.
In  eben  demselben  Jahre,  1.  Sepkember,  starb  der  Geheime-Rath
  von  Zech,  und  seit  dem  Januar  desselben  Jahres  war

Roth  kirch  als  Comitial-Gesandter  und  wirklicher  adelicher  Gehischen
  Diensten  in  wirtembergische  getreten.