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Ganz  anderer  Art  aber,  als  Rieger  gewesen,  war  Graf
Sam.  Fr.  von  Montmartin,  und  wenn  man  Ersteren.
wenigstens  doch  als  Phäuomen  ost  merkwürdig  finden  mochte,
auch  der  großen  Kraft,  die  in  ihm  lag,  die  Achtung  nicht
versagen  konnte,  so  war  hingegen  Graf  Mommartin  nicht
einmal  der  psychologischen  Analpse  werth.

Er  war  ein  Bentelschneider  ganz  gemeiner  Arr;  ein
Knecht,  der  in  seines  Herrn  Dienst  nur  reich  werden  wollte.

Er  sah  seinen  Ministerplatz  als  einen  Acker  an,  den  er
nicht  schleunig  genug  schneiden,  und  dessen  Ernte  er  nicht
eilig  genug  einheimsen  könne;  auch  setzte  er  einzig  nur  deßwegen
  Alles  darauf,  Minister  zu  bleiben,  um  nicht  in  seiner
schönen  Ernte  gestört  zu  werden.  Sobald  die  Kisten  voll
waren,  und  nichts  mebr  irgendwo  sich  fand,  was  weiteren  großen
  Nutzen  versprach,  so  zog  er  von  dannen.

Er  war  ein  mittelmäßiger  Kopf,  ohne  schnell  eingreifende
Fassungskraft  oder  vorzügliche  Kenntnisse,  und  namentlich
ohne  alle  Kenntnisse  der  Verfassung  des  Landes,  dessen  Minister
  er  seyn  sollte.  Wer  einen  physiognomischen  Blick  hatte,
sah  den  ganzen  Mann  schon  in  seinem  Acußeren.  Es  zeigte
sich  nämlich  in  seinem  Benehmen,  das  nicht  ohne  gewisse
Würde  war,  immer  doch  nur  mehr,  was  er  seyn  wollte,  als
was  er  war,  und  so  sehr  auch  der  Hoheit-  Nymbus,  in  den
er  sich  verhüllte,  umherleuchten  mochte,  so  waren  doch  in  seiner
  ganzen  Art  ju  seyn  die  Kennzeichen  der  Abhängigkeit

an  den  Prinzen  Friedrich,  den  jungeren  Bruder  des  Herzogs,
in  die  Hände  gelpielt,  worin  die  allgemeine  Erwartung,  womit
man  der  Ankunft  der  Preußen,  die  damals  bis  in  Franken  vorgedrungen,
  entgegen  sehe,  lebhaft  geschildert,  und  zugleich  der
Person  des  Herzogs  selbst  gar  nicht  geschont  war.