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Uebrigen  erscheint  gleich  hier  Lorenz  Wittleder  als  treuer
Klient  und  Gehäülfe.

Wirklich  war  auch  dieser  tbuͤringische  Gerbersgeselle  der
es  schon  damals  bis  zum  Kirch  he#-Erpedirionsrath  gebracht
hatte,  ein  ganz  würdiger  Reibenführer  aller  der  Gläcksritter,
die  sich  bald  um  den  neuen  Minister  her  versammelt  hatten,
und  als  Urheber  aller  der  schädlichen  Finanzprojekte  oder  hoͤchst
selisamen  publicisitischen  Behauptungen  auftraten,  durch  welche
alles  das  realisirt  werden  sollte,  was  nun  einmal  nach  der
Ordnung  des  Tages  Laune  des  Herzogs  war.

Das  Geheimerakhs-Collegium  spielte  dabei  sieben  Jahre
lang  eine  höchst  traurige  Nolle.  7)  Sie  hatten  nicht  zu
berathschlagen,  sondern  nur  zu  erpediren,  was  der  Herr
Graf  milbrachte,  und  die  Namen  Georgii  und  Renz  erschienen
  als  Unterschriften  solcher  Dekrete,  die  voll  der  verkehrtesten
  und  durchaus  unwahren  Grundsätze  waren.  Daß  kein
Landesvertrag  und  kein  Abschied  mehr  gelten  könne,  wurde
laut  angekündigt,  und  das  neue  Staaterecht  hatte  nur  einen
Grundsatz,  der  auch  der  Deutlichkeit  halber  mehr  als  einmal
wiederholt  wurde,  daß  nämlich  das  böffentliche  Wohl  das
böchste  Gesetz  sey,  und  daß  Niemand,  als  Herzog  Karl  und
sein  Minister  Graf  Mommartin  wisse,  was  das  böffentliche
Wohl  fordere.

Emlich  wurde  der  Ober-Hofmarschall  v.  Wallbrunn,
der  bis  dahin  immer  noch  wenigstens  der  Zahl  nach  der  Erste
gewesen,  mancher  lange  geduldeten  persbnlichen  Mißhandlungen
müde;  er  forderte  und  erhielt  seinen  Abschied,  25)  und  Graf
von  Montmartin,  bisher  ohnedieß  nur  der  allein  geltende

*)  1738  bis  1765.
**)  19.  Mai  1763.