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Dem  augenblicklichen  Bedürfniß  der  Kriegskasse,  fuͤr
dessen  Befriedigung  ohnedieß  durch  die  Aufrufung  der  reichsrichterlichen
  Hülse  nichts  gewonnen  wird,  läßt  sich  noch  immer
  durch  manche  interimistische  Maßregeln  leicht  helfen.
Wer  jede,  auch  in  Zukunft  aus  diesem  Streit  entstehende
Verlegenheit  der  Kriegskasse  durch  höhere  Hülfe  jetzt  ein  für
allemal  abzuwenden  meint,  der  versucht  ein  Spiel,  wobei  er
fast  alle  Wahrscheinlichkeiren  gegen  sich  har,  das  er  also  eben
deßwegen  nie  versuchen  sollte,  da  hingegen  bei  fortdauernden
Ausgleichungs-Traktaten  nichr  nur  die  Aufrufung  der  reichsrichterlichen
  Hölfe  immer  noch  als  letzte  äußerste  Maßregel
freigelassen  und  auf  bessere  Zeiten  etwa  nur  so  lange  ausgesetzt
  werden  mag,  bis  sich  die  politischen  Konjunkturen  mebr
aufklären,  sondern  auch  nach  dem  gewöhnlichen  Gange  aller
Negociationen,  ohne  eine  ertreme  Maßregel  zu  versuchen,
vielleicht  noch  Alles  gewonnen  werden  kann.

Soll  denn  also  aber  nach  so  vielfacher  bewiesenen  landesherrlichen
  Geduld  und  Nachgiebigkeit  immer  noch  das  System
von  Mäßigung,  das  doch  als  ein  wahres  System  der  Schwäche
erscheint,  gegen  die  ausschweifendsten  ständischen  Prätensionen
  beobachtet  werden  ?  Die  Antwort  ist  hierauf:  Man
waͤhlt  den  Operationsplau,  vermittelst  dessen  man  zu  seinem
Zweck  kommt.  Man  besolgt  das  System,  das  aller  Wahrscheinlichkelt
  zufolge,  eher  als  jedes  andere,  zum  Ziel  führt,
und  so  wenig  man  es  nach  persdukichen  Empfindungen  mit
frohem  Sinne  wählen  kann,  so  entschlossen  folgt  man  doch
der  kaltblürigen  Berechnung  aller  Umstände  und  Verhältnisse,
und  bleibt  bei  allem  Widerspruche  mancher  bier  eintretenden
natürlichen  Gesühle  dem  Resultate  getreu,  das  man  wohlerwogen
  als  das  beste,  das  sich  etwa  noch  wählen  lasse,  erkannt  hat.