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Streitigkeiten  auf  dem  Reichstag  zu  Regensburg  sind  besonders
  in  dem  hier  dargestellten  Detail  höchst  wichtig,  da  damals
die  Anerkennung  der  neunten  Chur  und  die  Frage  wegen  des
Erzamts  in  Gährunz  war.  Außer  der  Geschichte  solcher  bffentlichen
  Verhandlungen  sind,  wie  in  den  vorhergehenden  Theilen,
  so  auch  in  diesem,  manche  feine  Anekdoten  erzählt,  welche
zum  Privatleben  der  Prinzen  dieses  Zeitalters  gehoͤren,  und
oft  in  Verbindung  mit  der  ganzen  übrigen  Geschichte  sehr  interessaut
  sind.  Der  zwölfte  Theil  dieser  Geschichte  wird  bald
solgen,  da  der  Herr  Verfasser  in  der  Vorrede  dem  Poblikum
die  angenehme  Nachricht  gibt,  daß  er  größtentheils  schon  ausgearbeitct
  sey.

5.  Christ.  David  Keßler  (Diak.  in  Owen),  Leben
des  Obristen  Conrad  Widerhold.  Tübingen
1782.  *)

Widerhold  hat  sich  in  den  Zeiten  des  dreißigjaͤhrigen
Kriegs  um  Wirtemberg  sehr  verdient  gemacht,  und  seiner
ausdauernden  Tapferkeit  hatte  man  es  zu  verdanken,  daß  die
Festung  Hohentwiel,  welche  er  mehrere  Jabre  hindurch  vertheidigte,
  ein  Eigenthum  des  Hauses  Wirtemberg  blieb.
Sein  Charakter  wird  hier  sehr  gur  entwickelt,  so  weit  es  bei
dem  Mängel  recht  bestimmter  individuellen  Nachrichten  geschehen
  konnte,  und  sein  großes  Verdienst,  unter  einem  so
schwachen  Fürsten,  als  der  damalige  Herzog  Eberhard  Ul.
war,  eben  so  tapfer,  als  ruhig  sich  bewiesen  zu  haben,  häif
bielleicht  noch  mehr  in'e  Licht  gestellt  werden  können,  wenn
der  Verfasser  den  Leser  immer  in  der  Parallele  auf  den  feigen

7)  Aus  den  Gött.  Gel.  Anz.  1782.  Stück  72.