488

und  17ten  Jahrhunderks  weit  das  größte  Genfe.  Recensent
hat  hier  mit  neuer  inniger  Rührung  die  Schicksale  dieses  groen
  Mannes  gelesen.  Was  man  bisher  schon,  theils  aus
Briefsammlungen,  theils  aus  einzelnen,  hie  und-da  zerstreuten
historischen  Notizen  von  ihm  wugte,  ist  hier  fleißig  gesammelt
und  gut  zusammengestellt,  und  Herr  Professor  Schnurrer  har
noch  das  Glück  gehabt,  bisher  ungedruckte  Nachrichten  und  auch
einige  ungedruckte  Briefe  des  großen  Mannes  brauchen  zu  können.
Schade,  daß  der  Herr  Verfasser  bei  manchen  Diuzen  nicht  mehr
ims  Detail  gegangen.  So  hätten  vielleicht  die  Verhälrnisse,  in
welchen  Schikard  mit  Joh.  Val.  Andreä  siand,  berührt  werden
können,  und  dieß  hälte  Gelegenheit  gegeben,  Schikards  Religionsgesinnungen
  zu  schildern,  die  nicht  nur  von  den  ·  Gesinnungen
der  damals  in  Tübingen  herrschenden  Partie  so  sehr  abgingen,
sondern  auch  den  außerordentlichen  Mann  von  ciner  neuen,  hochst
liebenswürdigen  Seite  zeigen.  Doch  der  Herr  Verfasser  scheint
wic  bei  allen  übrigen  hier  geschilderten  Männern,  so  auch  bei
Schikard,  seinem  Hauptplane  getreu,  vorzüglich  immer  auf
den  Orientalisten  Rücksicht  genommen  zu  haben,  und
die  ganze  bochsi  lehrreiche  Schrift  hat  in  dieser  ihrer  Hauptbeziehung
  vielleicht  nur  noch  die  kleine  Unvolikommenheit,  daß
nicht  klar  genug  gezeigt  ist,  wie  viel  das  Studium  der  hebräischen
  Sprache  oder  der  erientalischen  Literatur  durch  die
wichtigeren  der  hier  geschilderten  Männer  wirklich  gewonnen.

Deun  die  Recension  der  Scheiften,  die  gewöhnlich  am  Ende
der  Biographie  sieht,  ist  zu  kurz;  meist  wird  nur  etwa  hie
und  da  eine  einzelne  Merkwürdigkeit  ausgehoben,  und  diese
mehr  in  Nücklicht  auf  unsere  Zeiten,  als  auf  das  damalige
geitalter,  oder  auf  das,  das  der  Erscheinung  einer  solchen
Schrift  unmittelbar  voranging.  So  waͤre  es  unstreitig  historisch
  wichtig  gewesen,  zu  zeigen,  in  welchem  Verhältniß