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durch  Mißbräuche  der  Berechtigten  selbst  nur  in  Hintergrund
getreten  seyen  und  wie  die  veralteten  Einrichtungen  neu  belebt
  werden  könnten,  leistere  er  der  Freiheit  den  besten  Dienst,
und  eben  dadurch,  so  wie  durch  den  überaus  hellen  praktischen
  Blick  in  Staatssachen,  der  sich  überall  offenbart,
  sind  seine  Schriften  eine  unerschöpfliche  Quelle  politischer
  Weisheit.  Daß  hier  Freimüthigkeit  nicht
sehlen  konnte,  ergiebt  sich  von  selbst;  aber  auch  die  rücksichtsloseste
  Freimüthigkeit  war  bei  Spittler  mit  einer  Form
gepaart,  die  den  Anstand  nie  verletzte;  er  konnte  auch  entfernt
  nichts  mit  dem  gewöhnlichen  Schreier  gemein  haben,
überall  tritt  der  feine  gebildete  Mann  hervor.  Freilich  war
diese  Mäßigung  durch  noch  eine  andere  Tugend  erleichtert,
die  sich  zu  jener  gesellte,  die  Unpartheilichkeit,  wie  sich
Spittler  selbst  ausdrückt:  „das  eigene  Talent  eines  praktisch
  großen  Mannes.“  Auf  dieselbe  Weise,  wie  er  die  Eingriffe
  des  Despotismus  vom  Threne  her  rügte,  zerstoͤrte  er
auch  den  Nymbus  altlandschaftlicher  Patrioten,  unter  den  sich
nicht  selten  Eigennutz,  Bornirtheit  und  Starrsinn  zu  versiccken
wußte.

Wie  muß  ein  solcher  Mann,  ausgerüsiet  mit  den  erwähnten

  politischen  Talenten,  die  in  Verbindung  mit  einer

hinreißenden  Beredtsamkeir,  die  ihm  eigen  war,  die
Fähigkeit  zum  großen  Staatsmanne  vollenderen,  in  einer
umsassenden  praktischen  Laufbahn,  zu  der  er  noch  in  der
Fülle  männlicher  Kraft  übertrat,  gewirkt  haben!  —  Man
kann  sich  dieses  Gedankens  nicht  erwehren,  und  gewiß,  hätte
er  in  einer  andern  Zeit  wirken  dürfen,  er  würde  gezeigt  haben,
  was  auch  hier  ein  eminentes  Talent  in  seiner  rechten
Sphäre  vermag!  Aber  mit  bleierner  Schwere  drückte  das
Verhängniß  auf  die  Zeit,  auf  den  Schauplatz,  wo  diese  zweite
Periode  seiner  Laufbahn  begann;  unbesiegbare  Hindernisse