Vorrede  des  Verfassers

zu  der  Ausgabe  von  1  778.

Es  ist  eine  der  glücklichsten  Veränderungen  unsres  Zeitalters,
  daß  die  richtigern  Begriffe  von  Kirchenverfassung  und
Kirchenfreihcit,  welche  durch  die  groͤßten  französischen  Gelehrten
schon  zu  Ende  des  vorigen  Jahrhunderts  aufgeklärt  wurden,
endlich  auch  in  Teutschland  fast  allgemeinen  Beifall  erhielten.
  Das  Spstem  der  Episkopalen  hat,  verglichen  mit  den
curialistischen  Hypothesen,  so  viel  historische  Wahrheit,  daß
sich  jeder  Liebhaber  der  Kirchengeschichte  freuen  muß,  nun
gleichsam  einverstanden  mit  bisherigen  Gegnern  und  ohne  bei
jedem  Schritt  gegen  Baroniusse  zu  protestirent,  einen  großen
Theil  seiner  Untersuchungen  ruhig  fortsetzen  zu  können.  So
lebhaft  der  Verfasser  dieses  Entwurfs  überzeugt  ist,  daß  zu
einer  guten  Geschichte  gar  kein  dogmatisiren  gehère,  und  so
gleichgültig  cs  ihm  also  auch  seyn  konnte,  ob  seine  Leser  Curialisten
  oder  Epistopalisten  seyen:  so  angenehm  war  ihm  doch
die  Vermuthung,  nicht  Ursache  zu  haben,  über  dem  Ton
seiner  Erzählung  zu  wachen,  damit  man  nicht  entdecken
möchte,  welcher  Partie  er  beitrete.  Er  fürchtet  auch  nicht
seine  Schrift  durch  einige  hie  und  da  vorkommende  Stellen
Katholiken  unbrauchbar  gemacht  zu  haben,  weil  dieselbe  keine
wesentliche  Punkte  des  katholischen  Glaubenssystems  betreffen,
und  schon  oft  selbst  von  berühmten  Schriftstellern  dieser  Kirche
fast  auf  die  nehmliche  Art  gesagt  wurden.  Febronius  hat