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thig,  zu  erinnern,  daß  die  Aeltesten  nicht  herrschen  sollen
über  das  Volk,  sondern  Fürbilder  der  Gemeinde  zu  werden
suchen  9).  So  früh  regte  sich  der  Geist  der  Herrschsucht,
und  so  fast  mit  dem  ersten  Emsiehen  der  christlichen  Gemeinde
stieg  der  Lehrer  über  die  Grenzen  seines  Lehramts  hinaus,
und  die  Umstände  der  damaligen  Zeit  begünstigten  nicht
nur  sein  Vorhaben,  sondern  lockten  ihn  gleichsam  selbst  dazu
an;  doch  es  war  anfangs  nicht  sowohl  Vorhaben,  als  vielmehr
  nothwendige  Geschäftigkeir,  zu  welcher  er  durch  die
Verfassung  und  Schicksale  seiner  Gemeinde  genbthiget  wurde.

S.  4.

Von  den  Schicksalen  der  Gemeinde,  welche  hier  vore
züglich  in  Betracht  kemmen,  war  das  wichtigste,  daß  diese
neuentstandene  Gesellschaften  sogar  nicht  unrer  dem  Schutz
der  Obrigkeit,  oder  wenigsiens  nur  der  Gesetze  stunden,  daß
vielmehr  Obrigkeiten  und  Gesetze,  alle  übrigen  Parteien,  sowohl
  Heiden  als  Juden,  auf  ihre  Zerstdrung  losarbeiteten.
Könnten  wir  in  der  Kirchengeschichte  dieser  ersten  Zeiten  ein
Beispiel  finden,  daß  die  neugepredigte  chrifiliche  Religion  irgendwo
  sogleich  privilegirte  Religion  des  Staats  geworden  7#),

*)  Petr.  5,  3,

*)  Vielleicht  denken  hier  manche  an  dle  Geschichte  von  Edessa.  Selbst
wenn  man  Agbars  Korrespondenz,  wie  sie  bei  dem  Eusebius
steht,  für  apokrpphisch  hält,  so  ist  doch  aus  anderweitigen  Nachrichten
  gewiß,  daß  die  dasigen  Fürsten  oder  Emirs,  wie  man  sie
nennen  will,  von  den  ersten  waren,  welche  die  christliche  Religion
  annahmen.  Auch  schon  die  Bemerkung,  daß  man  zuerst
in  Edessa  von  einem  chrisilichen  Kirchengebäude  hört,  erweist
genugsam,  wie  viel  früher  und  schneller  Kirchenverfassung  sich
dort  entwickelt  haben  muß;  aber  was  wir  Zuverläßiges  wissen,
ist  eben  so  wenig,  daß  es  für  gegenwärtigen  Zweck  gar  nicht
brauchbar  seyn  kann.