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sehen  bekam,  desto  mehr  ehrte  man  den  Mann,  der  es  unter
  dem  Volk  allein  verstund,  mit  solchen  gelehrten  Vertheidigungen
  sich  abzugeben.

C.  6.

Es  würde  viel  zur  Erläuterung  der  ältesten  Kirchengeschichte
  und  des  ältesten  Kirchenrechts  beitragen,  wenn  wir
die  Geschichte  auch  nur  einer  einzigen  Gemeine  hätten,  die
aus  lauter  Bekehrten  aus  dem  Heidenthum  bestanden  wärc,
und  die  sich  nicht  sogleich  nach  dem  Muster  anderer  Gemeinen
  gebildet  hätte,  deren  erstes  Geschlecht  meistens  bekehrte
Juden  waren.  Man  kann  es  erst  im  zweiten  und  dritten
Jahrhundert  etwas  deurlicher  sehen,  was  es  für  cinen  Einfluß
auf  Bildung  dieser  neuen  Gemeinen,  und  besonders  auf  Vergrößerung
  des  Ansehens  ihrer  Lehrer  gehabt  habe,  daß  Alles
gleichsam  auf  jüdischem  Boden  aufgewachsen,  und  daß  die
angesehensten  der  Neubekehrten  Juden  waren,  also  immer,
noch  voll  von  den  Begriffen  ihres  vorigen  Zustandes,  auch
den  neuen  Einrichtungen  der  neuen  Gemeine  immer  doch  die
Form  der  alten  längst  gewohnten  Einrichtungen  zu  geben.
suchten.  Daher  das  Fortdaurende  des  Opfersprach-  Gebrauchs,
und  die  so  ungeschickte  Uebertraguug  desselben  auf  manche
Lehren  und  Anstalten  des  Christenthums,  besonders  zum  Beispiel
  auf  die  Lehrc  des  Abendmahls.  Erst  freilich  nur  Uebertragung
  durch  Mctaphern,  aber  eine  solche  häufig  gebrauchte
Metapher,  besonders  wenn  sie,  wie  hier,  Allcs  auf  längst
gangbare,  sinnliche  Begriffe  zurückbringt,  wird  immer  nur  zu
frühe  in  eigentlichem  Sinne  genommen.  So  mußte  der  Lchrer
  Priester  heißen,  denn  der  Name  des  bloßen  Lehrers  schien
nicht  feierlich  genug;  so  theilten  sich  die  mehrern  Lehrer,  welche
  bei  einer  Gemeine  waren,  sehr  früh  in  Klassen,  und  was
das  nächste  war,  auch  in  gewisse  Unterordnungen,  und  aus