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dem  ersten  derselben,  da  anfangs  zwischen  Bischof  und  Aeltesten
  kein  Unterschied  war,  wurde  nach  und  nach  ein  Schatten
eines  Oberpriesters,  der  sich  also  auch  alles  desjenigen  anmaßen
  zu  kdnnen  glaubte,  was  der  jüdische  Oberpriester  hatte,
  der  in  Rücksicht  auf  seine  Mitlehrer  eben  den  Vorzug  sich
behauptete,  der  nach  der  jüdischen  Verfassung  dem  Oberpriester
  vor  den  übrigen  Priestern  gebührte;  und  die  ganze  Klasse
der  Lehrer,  welche  durch  Annahme  levitischer  Namen  an
Macht  und  Einkommen  unvermerkt  so  sehr  gestiegen  war,  erhub
  sich  nun  vollends  ganz  uͤber  den  übrigen  Haufen  Volks.
Auch  den  aus  dem  Heidenhum  Bekehrten  war  dieser  Vorzug
des  Priesters  nichts  Fremdes:  sein  voriger  Priester  imt  Heidenthum
  hatte  sich  auch  das  Recht  angemaßr,  vorzüglicher,  ja
einziger  Vertrauter  der  Gottheit  zu  seyn:  warum  sollte  er  es
bei  seiner  neuen  Religion  nicht  dulden  können,  daß  die  Priester
  eine  eigene,  zwischen  Gott  und  ihm  gleichsam  mitten
instehende  Klasse  von  Menschen  ausmachten  *)?  So  verlöschte
  jene  ursprüngliche  demokratische  Freiheit,  welche  in  den
ersten  Gemeinen  war:  jetzt  sind  Aristokraten  da,  die  einen
großen  Theil  der  Macht,  die  vorher  bloß  beim  Ganzen  war,
an  sich  allein  rissen.  Ende  der  ersten  Periode  der  hierarchischen
  Bildung  der  Kirche.  #

Man  kann  es  größtentheils  auch  nur  aus  dem  bisher
Erzählten  sehen,  daß  die  Kirche  außer  dem  wenigen,  was  von
den  ächt  apostolischen  Schriften  hieher  gehört,  in  dieser  Zeit
gewiß  keine  geschriebene  Gesetze  hatte;  denn  eine  gesellschaftliche
  Verfassung,  welche  schon  bestimmtere  geschriebene  Gesetze
*)  Diese  Hopothese  ist  zwar  von  einigen  berühmten  Gelehrten  mißbraucht

  worden,  indem  man  zuviel  daraus  erklären  wollte:  die

meisten  der  Einwürfe,  welche  gegen  dieselbe  gemacht  werden,
scheinen  mir  aber  hinwegzufallen,  wenn  man  sie  auf  obige  Art
vorstellt  und  einschränkt.

Spittler's  sämmtl.  Werke,  I.  Bb.  2