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ersten  Lehrer  bekommen  hatte,  so  ließ  man  den  Nachfolger
dieses  ersien  Lehrers  von  der  Mutterkirche  wiederum  gleichsam
  anerkennen,  wenn  anders  eine  solche  Gemeine  einen  in
ihrer  Mitte  hatte,  dem  sie  das  Lehramt  anvertrauen  konnte.
Gab's  aber  keinen  solchen  in  der  Gemeine,  so  bat  man  die
Mutterkirche  auf's  neue  um  einen  Lehrer,  und  so  entstund
also  Metropoliten-Verhältniß,  dessen  wesentlichster  Vorzug
immer  darin  bestund,  daß  er  die  Bischöfe  seines  Sprengels
besiätigte.  Man  finder  deswegen  in  folgenden  Zeiten,  daß,
wenn  Streit  entstund,  welcher  Bischof  Metropolitan  einer
gewissen  Provinz  seyn  solle,  man  sich  darguf  berief,  von
welcher  Skadt  das  Evangelium  sich  ausgebreitet  habe.  Nach
der  Ursache  entschied  der  Römische  Bischof  Zosimus  den  bekannten
  Streit  zwischen  Arles  und  Vienne:  Arles  sollte  das
bestrittene  Metropolitanrecht  haben,  weil  das  Evangelium
von  dort  her  der  übrigen  Provinz  zu  Theil  geworden  ?).
Man  sollte  kraft  dieser  Bemerkungen  vermuthen,  der
Bischof  von  Jerusalem  würde  frühe  der  erste  Bischof  des
Orients  geworden  seyn,  aber  die  traurigen  Schicksale  desselben
  unter  Titus  bis  auf  Hadrian  verhinderten  sein  Aufkommen.
  Bei  Ferusalems  Zersidrung  flohen  die  Christen  nach
Pella;  ungeachtet  sie  aber  hierdurch  dem  ersten  Hauptsturm
entgangen  waren,  so  traf  sie  doch  in  der  Folge  immer  ein
Theil  des  allgemeinen  Hasses  und  der  Strafen,  welche  die
rebellischen  Juden  nicht  unverdient  litten,  denn  keine  aller
Gemeinen  judaizirte  noch  so  sehr  als  diese:  sie  wurdeu  also“
bloß  als  eine  jüdische  Recligionssekte  angesehen,  und  mußten
sich  also  auch  mit  den  übrigen  Juden  gleich  behandeln  lassen.
  Als  Hadrian  an  die  Stelle  Jerusalems  seine  Aelia
Capitolina  setzte,  so  wurde  den  Juden  mit  Bedrohung  der

*)  s.  Pagi  critica  in  annales  Baronii  ad  a.  201.  n.  47.