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mebr  in  den  nestorianischen  Streitigkeiten  hat  es  sich  recht
deutlich  gezeigt,  wic  diese  Korrespondenz  der  christlichen  Kirchen
  eine  Quelle  der  mannigfaltigsten  Uebel  und  der  unerwartersten
  Verbindungen  war.  Beide,  sowohl  Alerander
als  Arius,  schrieben  an  die  angesehenern  Bischöfe  der  andern
Provinzen,  verklagten  einander  und  vertheidigten  sich,  fanden
Parthic,  und  suchten  diese  Parthie  zu  verstärken;  und  nie
würde  wohl  der  Funke,  der  sich  zu  Alerandrien  entzändet
hattc,  zu  einem  so  gewaltigen  Feuer  geworden  seyn,  wenn
nicht  beide  Theile  zu  Ausbreitung  desselben  so  viel  moͤglich
Alles  beigetragen  hätten  ).  Kaum  hat  Nestorius  seine
Predigt  gehalten,  worin  er  die  Meinung  seines  Syncellus
Anastastus  vertheidigte,  daß  man  die  Maria  nicht  Gottesgebährerin
  nennen  sollte:  so  hat  man  schon  Abschriften  davon
  in  Alerandrien,  und  Cprillus,  der  sogleich  mit  einer
Widerlegung  fertig  war,  weiß  dieselbe  eben  so  schnell  auch  in
Constantinopel  auszubreiten.  Jeden  Schritt,  den  Nestorius
thut,  erfährt  sogleich  Cyrillus;  die  Flamme  des  Aufruhrs,
welche  unter  den  Mönchen  zu  Consiantinopel  so  heftig  ausbrach,
  wurde  von  Alerandrien,  in  der  Folge  von  Ephesus
aus  beständig  unterhalten  und  aufgeblasen;  jede  neue-  Maßregel,
  welche  der  listige  Patriarch  von  Alerandrien  so  oft
zum  allgemeinen  Erstaunen  ungestraft  versuchte,  zeigt  seine
vollkommen  genaue  Keumniß  der  individuelsten  Umstände
des  byzaminischen  Hofes,  welche  sich  ohne  stete  Korrespondenz
und  eingezogene  Spionen-Nachrichten  gar  nicht  begreifen
läßt  29).  Fast  auf  gleiche  Art  müssen  einige  der  wichtigsten
mung  der  Layen  an  der  Wahl  des  Vischofs  allzuviel  schloß.
Nach  der  ganzen  Absicht,  warum  der  Kanon  gesetzt  wurde,  konnte
derselben  nicht  gedacht  werden.
*)  Walch.  Gesch.  der  Ketzereien.  ar  Thl.  S.  485  ff.
**)  Walch's  Gesch,  der  Ketzereien.  ör  Thl.