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Katastrophen  der  eutychianischen  Streitigkeiten  erklärt  werden;
es  entwickelte  sich  itzt  nach  allen  seinen  Folgen,  was  im
zweiten  und  dritten  Jahrhundert  nur  noch  versteckterer  Keim
war:  alle  einzelie  Kirchen  fiengen  schon  damals  an,  so  in
eimen  Koͤrper  zusammenzuwachsen,  daß  jede  Erschütterung
einer  einzelnen  derselben  sogleich  Symptom  des  Ganzen  wurde:
nur  war  Korrespondenz  durch  die  Gegner  damals  erschwerter,
düßerer  Drang  verschaffte  innere  Ruhe,  oder  verhinderte  wenigstens
  oft  die  Fortpflanzung  der  Unruhe,  und  je  haͤufiger
Zwistigkeiten  uͤber  Lehrmeinungen  emstunden,  desto  stärker
wurde  auch  der  Briefwechsel  und  die  Verbindungen,  weil  sich
jede  Parthie  Vertheidiger  und  Jünger  zu  sammeln  suchte.
Aus  dieser  gesellschaftlichen  Verbindung  aller  Kirchen
unter  einander  entsprang  auch  der  Gebrauch  der  littererm
formatarum,  wie  sic  unter  dem  allgemeinsten  Namen  bekannt
  sind  *).  Ein  reisender  Christ  und  besonders  ein  Klerikus
  mußte,  wenn  er  von  einer  andern  Gemeine,  zu  der  er
kam,  wollte  anerkannt  seyn,  einen  besondern  Brief  seines
Bischofs  vorweisen  können.  Die  Erkommunikation  des  Mitglieds
  einer  Gemeine  wurde  durch  besondere  Circularschreiben
bekannt  gemacht,  so  wie  auch  seine  Aussbhnung:  und  wer
bei  einer  Gemeine  erkommunicirt  war,  sollte  von  keiner  andern
  aufgenommen  werden,  ja,  ganze  Gemeinden  huben  die
Gemeinschaft  gegen  einander  auf,  wenn  etwa  eine  derselben
einen  Erkommunicirten  aufnahm.  Welche  Bewegungen  gab
es  nicht,  wenn  eine  Gemeine  den  Namen  eines  gewissen

*)  Ausführliche  Nachrichten  von  benselben  findet  man  in  Ferrarü
L.  III.  de  entiduo  ecclesiasticarom  Epistolarum  genere,  Mediolani
  1613.  68.  Kiesling  dissertstio  de  etabili  primitivas
Ecclesiae  ope  litterarum  communicatorjarm  vonnubio,  Lips.
174é.  4.

Spittler's  sämmtl.  Werke.  I.  Bd.  5