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dern  ließ  die  Streitigkeit  erst  noch  vorher  durch  eine  Hofkommission
  untersuchen.  Aber  selbst  auch  dieses  Ceremoniel  und
diese  Complimentensprache,  mußten  doch  ihren  Ursprung  haben.
  Aber  welchen  andern,  als  in  den  übertriebensten  Begriffen
  von  der  hohen  Würde  der  Bischöfe?  und  man  hat
hier  nicht  das  einzige  Beispiel  in  der  Kirchengeschichte,  daß
aus  der  Complimenten-Sprache  endlich  für  eine  gewisse
Kirche  ein  Glaubensar#ikel  gemacht  worden  ist.

Aus  der  großen  Menge  von  Folgen,  welche  dieses  wachsende
  Ansehen  der  Synoden,  und  diese  veränderte  Gestalt
derselben  für  die  ganze  innere  und  äußere  Kirchenverfassung
hatte,  bemerke  ich  bloß  einige  der  für  die  Geschichte  des
kanonischen  Rechts  interessantesten  Wirkungen.

g.  12.

Erstlich  ist  aus  allem  bisherigen  leicht  zu  erklaͤren,
warum  sich  das  hierarchische  System  im  Occident  so  viel
spaͤter  gebildet  hat,  als  im  Orient.  Erst  nach  der  Mitte
des  vierten  Jahrhunderts  entstunden  Metropoliten  im  Occident
  *);  vorher  war  gewoͤhnlich  der  aͤlteste  Bischof  der  angesehenste:
  nicht  Lokaleigenschaften  des  Bisthums,  sondern

"  De  Rubeis  in  monum.  PEccles.  Aquileg.  c.  19.  20.  und  in
seinen  dissertationibus  varise  eruditionis  ercerpirt  von  Ernesti
Th.  Bibl.  IVy.  B.  S.  538.  Balleriniorum  Obss.  in  Part.  II.
Diss.  Viem  Ouesnelli  Opp  Leonis,  Tom.  II.  pag.  1030-  1040.
Bacchinii  Buch  de  Originibus  Hierarchjiec  gehört  nach  seiner
ganzen  Absicht  vorzuglich  hieher,  denn  die  richtigere  Untersuchung
des  Alters  der  ravennischen  Metropolitenwürde  gab  ihm  Veranlassung
  zu  seinem  ganzen  Werk,  und  er  zeigt  im  dritten  Theil
desselben,  daß  Bischof  Johann,  welcher  vom  Jahr  452.  450.  die
Kirche  zu  Ravenna  regierte,  der  erste  Metropolitan  daselbst  gewesen
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