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dogmatischen  und  moralischen  Aufsätzen  der  erstern  verdrängt.
Was  unverfaͤlschte  und  gewisse  Lehre  Jesu  Christi  und  der
Apostel  sey,  glaubte  man  nirgends  sicherer  erfahren  zu  koͤnnen,
  als  eben  aus  den  Schriften  solcher,  die  dem  apostolischen
  Zeitalter  naͤher  waren,  die  den  Ruhm  der  Orthodorie
unangefochten  genoßen,  oder  wenigstens  bei  entstandenen
Streitigkeiten  sich  denselben  behauptet,  und  oft  bloß  dadurch,
daß  sic  nicht  mehr  lebten,  ein  recht  entscheidendes  Ansehen
gewonnen  hatten.  Sich  gern  auf  Auktoritäten  stützen,  ist
ohnedieß  Sache  des  Zeitalters,  das  weder  Muth  noch  Kräste
genug  zum  Selbsidenken  oder  zur  eigenen  Durchsuchung  der
Quellen  hat.  Dem  Ehrgeitz  der  Bischöfe  konnte  nichts
schmeichelhafter  seyn,  als  wenn  man  sich  bei  Enetscheidung
einer  Streitigkeit  auf  Stellen  aus  Schriften  eines  ihrer
Amtsvborfahren  berief.  Ihr  Stuhl  gewann  nicht  nur  dadurch
an  Ansehen,  sondern  ein  Cyrillus,  der  gleich  anfangs  in
seinen  Streitigkeiten  mit  Nestorius  die  Rechtmäßigkeit  des
Ausdrucks  Gottesgebährerin  daraus  beweisen  wollte,  weil  ihn
Athanasius  gebraucht  habe,  ein  Cyrillus  sah  alsdenn  auch

nach  dem  Schicksal  aller  Titel,  gemeiner;  auch  Metropolitane
wurden  öfters  damit  beehrk,  bis  ssch  endlich  zu  Justinian's  Zeiten
  der  Name  auf  obige  Art  bestimmte.  v.  Dufresne  Glossar.
Græcit.  ad  vocem  Archi  Episcopus.

Mosheim  ist  hier  in  einigen  Bestimmungen  seinem  Führer
TLhomassini  unvorsichtig  gefolgt,  und  scheint  vergessen  zu  haben,
daß  Thomassini  mehr  brauchbarer  Sammler  als  glücklicher  Erfinder
  eigener  Begriffe  ist.  Ueberhaupt  aber  ist  die  ganze  Schilderung
  so  beschaffen,  daß  man  sieht,  Mosheim  entwarf  ein  Bilb
von  der  Hierarchie,  wozu  er  nicht  nur  Züge  aus  der  Geschichte
des  vierten  Jahrhunderts  nahm,  sondern  die  Geschichte  etlicher
solgender  Jahrhunderte  zu  Hülfe  rief.