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Ansehens  der  Synoden  sogleich  zu  ihrem  Vortheil,  und  nicht
nur  auf  der  Synode  zu  Nicäa,  sondern  auch  auf  den  folgenden
  zu  Constantinopel,  Ephesus  und  Chalcedon  wurde
an  ihren  Rechten  und  Kirchensprengeln  bestimmt.  Man
darf  auch  nur  die  Kirchenverfassung  zu  den  Zeiten  der  nieäischen
  Synode  mit  der  Kirchenverfassung  zu  den  Zeiten  der
chalcedonischen  Synode  vergleichen,  so  sicht  man  deutlich,
wie  sehr  sich  unterdeß  die  Aristokratie  immer  mehr  und  mehr
in  eine  Oligarchie  verloren,  und  wie,  statt  der  vorher  unschuldigen
  Kirchenfreiheit,  jetzt  harter  Zwang,  Verketzerungssucht
  und  neidische  Unvertragsamkeit  herrschender  geworden.
Es  war  für  jene  großen  Bischöfe  immer  eine  Art  von  Zaum,
daß  anfangs  noch  so  viele  maͤchtige  Bischoͤfe  nicht  unter
ihnen  stunden,  die  roͤmische  Christenheit  theilte  sich  gar
nicht,  wie  man  oft  zu  glauben  scheint,  nur  im  romischen,
alerandrinischen  und  antiochischen  Sprengel,  sondern  es  gab
viele  ganz  unabhängige  Bischöfe,  die  in  ihrer  kleinern  Art
eben  das  waren,  was  jene  großen.  So  behauptete  der  Bischof
  von  Constantia  in  Cypern  noch  auf  der  ephesischen
Synode  seine  Unabhängigkeit  gegen  Antiochien,  und  ihm
ist's  auch  gelungen,  der  nachfolgenden  Versuche  des  Vischof
Mter's  von  Autlochien  sich  zu  erwehren  *).  Auch  die  afrikanische
  Kirche  ließ  sich  von  dem  Bischof  zu  Rom  nicht
überwältigen.  Aber  die  chalcedonische  Synodc  unteriochte  auf
einmal  drei  der  angesehensten  solcher  unabhängigen  kleinern
Bischöfe.  Der  Bischof  von  Ephesus  hatte  vorher  ganz
Klein-Asien  unter  sich;  der  Bischof  von  Heraklea  Thracien,
und  der  Bischof  des  cappadoischen  Cäsarea  den  ganzen  Pontus
  und  einige  auliegende  Länder;  nun  wurden  sie  alle  drei

*))  Vergl.  Thomassini  de  velere  et  nova  Eeclesiae  isciplina.  P.
J.  L.  J.  c.  18.  Pag.  38.