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auf  der  chalcedonischen  Synode  zum  coustantinopolitanischen
Sprengel  gethan  ?).

Von  jetzt  an  ist  der  Anblick  traurig,  wie  die  großen
Bischöfe  von  Rom,  Constantinopel,  Alerandrien  u.  s.  w.
statt  Beispiele  ihrer  Brüder  zu  werden,  im  wechselsweisen
Kampf  immer  nur  an  Erweiterung  und  Ründung  ihrer
Herrschaft  und  ihres  Sprengels  arbeiteten.  Nachdem  es  ungeachtet
  des  heftigsten  Widerstands  der  Legaten  des  roͤmischen
  Bischofs  auf  dem  großen  chalcedonischen  Concilium
dahin  kam,  daß  der  Bischof  von  Constantinopel  über  den
von  Alerandrien  und  Antiochien  hinaufgesetzt  und  neu  Rom
dem  alten  Rom  gleich  gemacht  wurde,  nachdem  Kontroversen
  über  metaphysische  Subtilitäten  immer  mehr  mit  einem
Eiser  geführt  wurden,  als  ob  es  der  Hauptsache  der  Religion
  gälte,  und  fast  jede  entstandene  Kontroverse  nicht  zu
Aufklärung  der  Wahrheit,  sondern  zu  Erweiterung  eigener
Macht  oder  zu  Demüthigung  des  Gegners  angewandt  wurde,
nachdem  im  kaiserlichen  Cabinet  unter  dem  Einfluß  derjenigen
  Bischöfe,  welche  den  Hoftheologen  machten,  und  besonders
  auch  unter  dem  Einfluß  der  Mönche,  die  sich  immer
recht  soldatisch  für  eine  oder  die  andere  Partie  erklärten,
theologische  Streitigkeiten  entschieden  wurden  ??):  so  kann
man  sich  leicht  vorsiellen,  wie  es  auf  Synoden  muß  hergegangen
  seyn.  Die  Anstalt  derselben  blieb  zwar  noch  immer
sort;  das  bei  Ausschreibung  und  Haltung  derselben  gewöhnliche
  Ceremoniel  wurde  immer  abgezirkelter;  den  versammelten
  Vätern  wurde  besonders  im  Orient  selbst  auch  von  den
Kaisern  die  größte  Ehre  erwiesen,  aber  auch  darin  blieben

Can.  Chalced.  28.  apud  Mansi.,  Tom.  VII.  col.  369.
“%  Der  sechste,  siebente  und  achte  Theil  der  Walchischen  Geschichte
der  Ketzereien  dokumentirt  diese  Beschreibung.