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Wie  Turrian  und  seine  Partie  das  Alter  und  Ansehen
dieser  canonum  unstreitig  zu  weit  hinaufsetzt,  so  schweift
Dalläus  auf  die  andere  Seite  aus  *).  Er  glaubt,  ein
Ketzer  habe  zu  Ende  des  fünften  Jahrhunderts  dieselbe  aufgesetzt.
  Beveridge  hat  ihn  und  seinen  Vertheidiger  de  la
Hoque,  meines  Erachtens,  vollkommen  bündig  widerlegt,
nur  Schade,  daß  er  seiner  eigenen  Hypothese  die  Stärke
nicht  geben  konnte,  wie  seinen  Antworten  auf  de  la  Roque's
Einwürfe.  Doch  ist  seine  Hypothese,  wenn  man  je  in  einer
Sache,  wo  sich  aus  Mangel  hinreichender  Nachrichten  nichts
Zuverläßiges  sagen  läßt,  etwas  Bestimmtes  wissen  will,  noch
unter  allen  Hypothesen  bei  weitem  die  wahrscheinlichste  ?).
Er  glaubt  nehmlich,  Klemens  von  Alerandrien  hätte  sie
aus  mündlichen  Nachrichten,  der  Obserbanz  und  Synodalschlüssen
  des  zweiten  Jahrhunderts  gesammelt,  er  setzt  also
ihren  Ursprung  in  die  Graͤnzen  des  zweiten  und  dritten
Jahrhunderts.  Nur  steht  ihm  entgegen,  daß  die  canones
selbst  so  manche  Spur  ihrer  bloß  stufenweisen  Entstehung
und  Vermehrung  zeigen.  Haͤtte  sie  Ein  Verfasser  gesammelt,
so  wuͤrde  er  sie  doch  auch  in  einigen  Zusammenhang  oder
wenigstens  durch  Zusammenstellung  der  eine  Materie  betreffenden
  canonum  geordnet  haben.  Dionys  liefert  in  seiner
Uebersetzung  nur  fünfzig,  er  gedenkt  gar  nicht,  daß  er  meh-*)

  Die  Geschichte  des  Streits  wegen  des  Ansehens  der  apostolischen
  Canonen,  wie  er  in  neuern  Zeiten  von  Turrian  gegen  die
magdeburgischen  Centuriatoren,  zwischen  Dalläus,  Beveridge  und
de  la  Roque  geführt  worden,  erzählt  mit  vielen  litkerarischen
Anmerkungen  Herr  Kanzler  Cotta  Kirchenhist.  II.  Th.  S.
1179.  W—.  Eben  daselbst  findet  man  guch  die  Titel  der  gewechselten
  Schriften.

½%  Beveregius  in  not.  ad  Can.  85.