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Archiven  derjenigen,  welche  sich  nicht  gerade  am  fleißigsten
auf  den  Synoden  einstellten,  sollte  es  an  vollsiändigen  codicibus
  canonum  nicht  gefehlt  haben.  Und  wenn  denn  die
Schlüsse  griechisch  waren,  und  der  lateinische  Bischof  kein
Griechisch  verstund,  so  konnte  er  sich's  übersetzen  lassen.
Man  hat  überdieß  auch  Beispiele,  daß  auf  Synoden,  wo
die  Mischung  orientalischer  und  occidentalischer  Väter  ziemlich
gleich  war,  und  wo  auch  beide  Monarchen,  der  Kaiser  des
Orients  und  der  Kaiser  des  Occidents,  gleichen  Theil  nahmen,
daß  die  Schlüsse  in  beiden  Sprachen  ausgefertigt  wurden).
Da  die  canones  der  Synoden  verbindliches  Kirchengesetz
waren,  so  lag  ja  jedem  Bischof  daran,  sie  nicht  nur  für
sich  zur  beständigen  Beobachtung  zu  haben,  sondern  auch
seinen  Nachfolgern  als  Norm  zu  hinterlassen.  :

In  manchen  Provinzen  mußte  diese  Fortdauer  und
Fortpflanzung  der  eanonum  um  so  ungehinderter  stattfinden,
weil  immer  auf  nachfolgenden  Synoden  das  Andenken  der
meisten  vorhergehenden  erneuert  werden  mußte,  denn  das
Wesentliche  der  Synoden  bestund  ja  in  wachsamer  Behauptung
  der  Kirchenzucht,  und  der  wichtigste  Theil  der  zu  behauptenden
  Kirchenzucht  war  genaue  Aufmerksamkeit,  ob  die
bisher  gefaßten  Synodalschlüsse  beobachtet  würden.  In  Afrika
  war  sogar  die  Gewohnheit,  daß  ein  Bischof  von  Karthago
  auf  jeder  Hauptsynode,  die  er  hielt,  die  canones  aller
vorigen  unter  ihm  gehaltenen  Synoden  wiederholen,  und  den
Akten  gleichsam  auf's  neue  wieder  einrücken  ließ  .“n).  Ein

ea,  dus  ab  ipsis  per  Sp.  S.  in  ea  constituta  sunt.  Mlansi
Conc.  Tom.  II.  pag.  637.

*)  s.  Kritische  Untersuchung  der  sardicensischen  Schluͤsse  im  vierten
Theil  von  Meusel's  Geschichtsforscher  S.  45—46.  «
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