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Jahrhunderts  lebte,  gemeiniglich  zum  ersten  Kanonensammler,
und  beruft  sich  dabei  auf  die  Nachrichten  des  Sokrates.
Dieser  meldet  von  ihm,  daß  er  die  Mktenstücke  verschiedener
Synoden  gesammelt  habe  (H.  E.  L.  I.  c.  8.),  freilich  ʒmit
ziemlicher  Untreuc,  weil  er  hinwegließ,  was  seinen  dogmatischen
  Hypothesen  entgegen  stund,  nur  diejenigen  Stücke
sorgfältig  aufbewahrte,  wo  Consubstantialität  entweder  ganz
verworfen  oder  doch  verschwiegen  war  (L.  I.  c.  9.  L.  II.  c.  15.),
und  endlich  die  orthodoren  Väter,  z.  B.  die  nicäischen  der
Unwissenheit  öfters  beschuldigte.  Selbst  Sokrates  Erzählung
zeigt  deutlich,  daß  Sabinus  Werk  keine  Kanonensammlung
war,  sondern  Sammlung  von  Synodalakten,  von  Schreiben
der  Bischdfe  an  Synoden  oder  Schreiben  der  letztern  an  die
erstern:  denn  dieser  Gattung  sind  die  Beispiele  von  Verstümmelung,
  welche  Sokrates  anführt,  und  wer  für  dogmatische
  Absichten  sammelte,  konnee  die  Canones  ohunedieß  nicht
viel  brauchen,  weil  in  diesen  sehr  wenig  dogmatisches  bestimmt
  wurde.

Da  das  Ganze  also  nicht  icher  gehoͤrt,  so  waͤre  es
unnoͤthig,  die  Fehler  zu  ruͤgen,  welche  von  einigen  großen
Literatoren  in  Ansehung  dieser  Sammlung  begangen  worden
sind.  Man  hat  geglaubt,  sie  schon  in  einigen  Handschriften
gefunden  zu  haben;  der  vermeinte  Fund  entspricht  aber  demjenigen
  gar  nicht,  was  er  nach  Sokrates  Beschreibung  seyn
sollte:  selbst  nicht  einmal  durch  Titel  und  Aufschriften  war
man  genugsam  berechtigt,  die  Handschrift  fuͤr  ein  Werk  eines
thracischen  Bischofs  Sabinus  zu  halten.