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schen  Synode  gebraucht  worden?  War's  ein  Codex,  aus
dem  Aetius  und  Beronician  vorlasen?  Welchen  von  beiden
sollten  die  chalcedon'schen  Väter  bestätigt  haben,  wenn  sie
einander  nicht  vollkommen  gleich  waren?  Und  wenn  wie
dann  also  noch  jetzt  den  Codex  entdecken  wollen,  der  damals
gebraucht  wurde,  welchen  suchen  wir?  Den,  aus  welchem
Aetius,  oder  den,  aus  welchem  Beronician  vorlas?  Steht
denn  auch  nur  die  geringste  Spur  in  den  chalcedon'schen
Akten,  was  für  Schlüsse  auf  die  antiochischen  gefolgt  seyen?
Ob  nicht  vielleicht  der  Codex  mit  denselben  aufgehört  habe?
Bei  der  so  verschiedentlich  abweichenden  Eintheilung  der
Canonum  läßt  sich  nicht  einmal  zuverläßig  versichern,  daß
gerade  nur  die  oben  angeführten  Canones  zwischen  den
nicäischen  gestanden  seyen.  Und  wie  hätte  dann  endlich
Gregor  der  Große  noch  im  sechsten  Jahrhundert  die  constantinoplischen
  Schlüsse  so  feierlich  mißkennen  können,  wenn  sie  auf
der  chalcedonischen  Synode,  die  man  doch  in  der  roͤmischen
Kirche  anerkannte,  als  ein  Theil  des  durch  Synodal-Auktorität
  bekräftigten  Codicis  canonum  wären  erklärt  worden?
Es  ist  also  gewiß,  das  man  der  chalcedon'schen  Synode  zu
viel  Ehre  anthut,  wenn  man  glaubt,  sie  habe  durch  Festsetzung
  eines  gewissen  Codicis  canonum  der  bisherigen  Verwirrung
  abgeholfen,  und  eben  so  gewiß  ist,  daß  sich  die
Sammlung  der  Canonum,  welche  daselbst  gebraucht  worden
ist,  nicht  mehr  sinden  lißt,  denn  wir  haben  viel  zu  wenige
und  viel  zu  unbestimmte  Kennzeichen,  sie  zu  unterscheiden.
Die  Entstehung  des  justell'schen  Codicis  canonum  Ecclesiae
universac  ),  welcher  so  lange  fast  allgemein  die  Ehre  ge-*)

  Er  kam  zuerst  einzeln  heraus,  Paris  1610.  8.  wurde  alsdenn
eingerückt  Bibl.  jar.  can.  veler.  T.  I.  pag.  29.  Gebh.  Theod,
Meier  gab  ihn  neu  heraus,  Helmstädt  1665.  4°