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waren  eine  Art  bestaͤndiger  Residenten  am  kaiserlichen  Hoflager.
  Wenn  der  Kaiser  etwas  an  einen  Patriarchen  bringen
  wollte,  so  ließ  er  es  zuerst  nur  seinem  Apokrisiarius  sagen,
  und  alle  Angelegenheiten  des  Patriarchats,  welche  bei
Hof  zu  besorgen  waren,  giengen  immer  zunächst  durch  die
Hände  desselben.  Sie  wurden  endlich  auch  öfters  als  gemeiniglich
  sehr  sähige  Männer  vom  Kaiser  zu  Ausrichtung
eigener  Aufträge  gebraucht,  und  verdicuten  sich  die  Gnade
des  Regemen  auf  so  mannigfache  Weise,  daß  es  dem,  der
einmal  so  glücklich  war,  auf  diesen  Posten  zu  kommen,  selten
an  seinem  weitern  Glück  fehlen  konnte.  Joham's  Apokrisiariat
  fiel  gerade  in  die  Zeiten,  da  Kaiser  Justinian  seine
Theologie  von  der  Unverweslichkeit  des  Leibes  Christi  zur
Reichstheologie  zu  machen  suchte,  und  weil  unter  andern,
die  sich  ihm  widersetzten,  besonders  auch  der  Patriarch  von
Constantinopel  Eutychius  war,  so  ließ  er  ihn  durch  Soldaten
  hinwegführen,  und  in  der  Versammlung  etlicher  Bischöfe
absetzen.  Seinen  Stuhl  hiugegen  bestieg  Johann,  und  blieb
Patriarch  vierzehn  Jahre  lang  bis  an  seinen  Tod.  Noch  als
Presbyter  von  Antiochien  7)  unternahm  er  die  Ausgabe  einer
  Kanonensammlung:  er  ordnete  Alles  viel  genauer  unter
fünfzig  Titel  zusammen,  als  man  es  vorher  gehabt  hatte,
und  fügte  den  Synodalschlüssen,  die  er  schon  in  den  Sammlungen
  seiner  Vorgänger  amtraf,  noch  68  Canones  Basilii
bei,  welche  aus  der  zweiten  und  dritten  Epistola  canonica

Assemann  Bibl.  jur.  can.  et  civ.  orjent.  L.  I.  c.  5.  pag.  1  14.
sagt:  Johannes  Scholasticus  —  collegit,  et  zoff  suo  Patriarchatui
  servandam  prœsceripsit  novom  Codicem  Canonum  in
qusnquaginta  tilulos  digestum  eic.  Aber  ohne  allen  Zeugen.
Wahrscheinlich  ist's  auch  nichts  anders,  als  für  Faktum  ausgegebene
  Vermuthung.