102

folgten.  Hingegen  verlohr  sich  auch  durch  eben  diese  eingeführte
  Materien-Ordnung  manches  wichtige  Stuͤck  aus  dem
Codice  canonum.  Der  nach  Materien  ordnende  Sammler
konnte  die  Subscriptionslisten  nicht  brauchen,  er  ließ  sie  also
hinweg  *),  und  doch  sind  eben  diese  Subseriptionslisten
eines  der  sichersten  Hülfsmittel  für  Kirchengeographie,  für
dokumentirten  Erweis  des  ersten  Daseyns  mancher  christlichen
  Gemeine  und  besonders  auch  der  Reihe  der  Bischdfe.
Auch  die  zwar  kurze,  aber  bei  der  äußersten  Dürftigkeit  an
bistorischen  Nachrichten  doch  brauchbare  historische  Notizen,
welche  in  der  chronologischen  Sammlung  beim  Anfang  jeder
Spnodalschlüsse  stunden,  mußten  sich  in  der  Materiensammlung
  verlieren,  und  ungeachret  sich  z.  B.  bei  der  Sammlung
des  Johanncs  Scholastikus  in  der  Vorrede  Einiges  erhalten
hat,  so  ist  es  doch  bei  weitem  nicht  Alles,  denn  bei  den

6  Der  hieraus  entstehende  Schaden  ist  desto  gröher,  da  auch  die
chronolegischen  Sammler  in  Ansehung  dieser  Subseriptionslisten
manche  Freiheiten  sich  herausgenommen  haben.  In  einem  Wolfseubüttelischen
  codice  ex  Bibl.  August.  n.  94.  sieht.  nach  den  can.
Xicæn.  und  subscript.  Episcogorum  folgende  Anmerkung!
Sciendum  in  antiquioribus  enemplaribus  Nicæno  Concilio  adscriptum
  reperiri,  quia  sludiosi  servi  Dei  non  tem  occidentalium
  quam  orientalium  palrum  nomins  erscribere  studuerunt,
  eo  qduod  occidentales  non  similiter  qusestionem  de  heresibus
  hahuerint,  unde  autem  in  latinis  exemplaribus  non
omnium  Nicenorum  Palrum  videlicet  CCCXVIII.  Episcoporum
nomina  repperiuntur  conscripta.

Diese  Anmerkung  stimmt  einigermaaßen  mit  dersenigen  überein,
  welche  Harduin  aus  einer  alten  Handschrift  von  Beauvais
ercerpirt  hat,  s.  Mansi  Tom.  II.  col.  701.  Kritik  der  Subscriptionslisten
  ist  bei  weitem  der  schwerste  Theil  der  ganzen  Concilienkritik:
  wie  nachtheilig  ist  also  der  Verlust  eines  jeden  Hülfsmittels,
  das  wir  dabei  brauchen  könnten.