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glücklichen  Muthmaßer  entdeckt  zu  sehen,  muß  sich's  nicht
verdrießen  lassen,  oft  nur  Ruinen  zu  bauen.

G.  3.

Aber  wenn  der  bisher  bemerkte  Gang  der  hierarchischen
Entwicklung  der  christlichen  Kirche  vollkommen  historisch
wahr  ist,  wie  schwer  wird  Theodicee  seyn!  Es  scheint,  als
ob  der  Herr  des  Gartens  zwar  Saamen  ausgestreut;  aber
übrigens  sorglos  Alles  bloß  dem  zufälligen  Einfluß  von
Zeit  und  Umständen  überlassen  habe,  und  gerade  dieser  zufällige
  Einfluß  war  so  beschaffen,  daß  nian  diese  neue  Gesellschaft,
  fast  von  dem  ersien  Zeitpunkt  ihrer  Entwicklung
an,  von  einer  Stufe  der  Verschlimmerung  zur  andern  herab,
sinken  sicht.  Theodicee  ist  hier  nicht  schwerer  und  nicht  leichter,
  als  sie  bei  jeder  in's  Große  gehenden  Reihe  von  Begebenheiten
  für  Menschen  zu  seyn  pflegt:  und  sie  beruht  auch
hier  auf  eben  den  Gründen,  auf  welchen  Theodicee  in  Ansehung
  der  Weltschicksale  überhaupt  beruht.  Es  waren
Menschen  und  sollten  freie  Menschen  seyn,  die  voll  böser
Neigungen  und  irriger  Begriffe  (man  verlernt  beides  nicht
auf  einmal)  durch  viele  Erfahrungen  endlich  klüger  und  besser
  gemacht  werden  sollten:  die  Beschaffenheit  der  Unterthanen
  litt  es  also  nicht,  daß  der  Regent  eine  andere  Regierungsart
  waͤhlte,  und  es  ist  eine  wichtige  Frage,  zu  deren
Bejahung  man  wenigstens  viele  historische  Nachrichten  hat,
ob  nicht  Menschen  uͤberhaupt  bloß  nach  einer  Menge  schaͤdlicher
  Verirrungen  endlich  die  oft  so  unmerkbar  feine  Linie  der
Mittelstraße  treffen  lernen.  So  viel  ist  gewiß,  dieser  Baum,
der  in  seinen  Wurzeln  so  bitter  und  giftig  zu  seyn  scheint,
trug  uns  die  schmackhaftesten  Fruͤchte.  Es  ist  uns  vorgefehlt
worden,  wer  wird  nachfehlen,  ohne  sich  doppelter  Unvorsichtigkeit
  schuldig  zu  machen?  Febronius  thut  den  Vorschlag,