die  Hierarchie  der  Kirche,  welche  in  eine  souveraine  Monarchie
  ausgeartet  sey,  auf  das  alte  Verbrüderungs-System
zurückzubringen:  wer  wird  ihm  aber  folgen,  der  die  Geschichte
der  sechs  ersten  chrisilichen  Jahrhunderte  kennt?  für  wen
ist  nicht  durch  eben  dieselbe  recht  anschauend  gemacht  worden,
  daß  alle  Verbrüderungen  und  Genossenschaften,  schienen
sie  auch  anfangs  noch  so  unschuldig,  zur  ewigwirkenden  Ursache
  beständiger  Streitigkeiten  werden  und  endlich  in  unertraͤgliche
  Sklaverei  ausarten,  weil  immer  ein  Kopf  den  andern
  in  seinen  Gesichtskreis  einengen  will,  und  bei  der  genauern
  Verbindung  unter  einander  die  Leidenschaften  der
Menschen  zu  viel  Gelegenheit  haben,  sich  reitzen  zu  lassen.
Aber  selbst  auch  das  Jeiralter,  da  der  Baum  erst  noch  seine
Wurzeln  schlug,  genoß  wichtige  Vortheile,  und  zwar  aus  eben
der  Quelle,  aus  welcher  sich  so  vieler  Schaden  ergoß.  Wir
sahen  oben,  daß  der  erste  Ursprung  fast  alles  Uebels,  das
die  innere  Regiments-Verfassung  der  Kirche  vergiftete,  aus
dem  Consociationssystem  der  damaligen  christlichen  Kirchen
herkam;  ebendasselbe  diente  aber  auch  zur  sicherern  Fortpflanzung
  und  Erhaltung  der  christlichen  Religion,  zur  schuellern
Ausbildung  mancher  einzelnen  Gemeinden,  zur  bessern  Mittheilung
  von  Wissenschaft  und  Gelehrsamkeit.  Es  zeigt  sich
aus  der  Geschichte  der  katholischen  Kirche,  verglichen  mit  der
Geschichte  der  protestantischen  Kirchen,  mit  welch'  regerem
Eifer  Missionen  betrieben,  und  auch  die  entlegensten  Gemeinden
  immer  mit  dem  Ganzen  in  Verbindung  erhalten  werden,
wenn  die  Kirche  bei  ihrer  weitesten  Ausbreitung  immer  doch
durch  das  genaueste  Verbrüderungs=  oder  Subordinationssystem
  gleichsam  ein  Körper  wird,  als  wenn  jede  Partikularkirche
  im  vollen  Genuß  der  ihr  gebührenden  Unabhängig-=keit
  stcht.  Was  muß  es  nicht  für  jene  Zeiten  ausgetragen
haben,  da  alle  übrigen  Bande,  wodurch  Völker  und  Bölker