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schriften;  aber  die  laodiceischen  sollte  man  doch  fast  erwarten,
und  sie  finden  sich  vielleicht  auch  noch  bei  kuͤnftiger  genauerer
Nachsuchung,  besonders  da  Justell  sagt,  sie  seyen  bloß  durch
einen  ungluͤcklichen  Zufall  von  seiner  Handschrift  hinweggekommen.
  Diese  Hoffnung  ist  so  unwahrscheinlich  als  die
Versicherung  des  Justellus.  Die  Ballerini  haben  bei  der
kritischen  Berichtigung  der  justellischen  Ausgabe  fuͤnf  treffliche
vatikanische  Handschriften  gebraucht,  und  in  keiner  die  geringste
  Spur  gefunden,  daß  man  jemals  Canones  Laodicenos
  versionis  priscae  gehabt  habe.  Ist  es  wahrscheinlich,
  fünf  Sammlungen  gerade  alle  auf  die  nämliche  Art
versiummelt,  da  die  Lesearken  der  übrigen  Synodalschlüsse
„genugsam  beweisen,  daß  die  verglichenen  Codices  nicht  einerlei
  Absiammung  hatten?  Härte  Justell  nicht  voraus  geglaubt,
  die  Prisca  enthalte  gewiß  auch  laodiceische  Schlösst,
so  würde  er  wahrscheinlich  seine  Handschrift  nicht  für  defekt
gehalten  haben.

Die  constantinoplischen  scheinen  fast  nur  aus  Veranlassung
  der  chalcedon'schen  hinzugekommen  zu  seyn,  und  wirklich
  setzen  ja  diese  fast  auch  jene  voraus,  und  das  Ansehen
der  ersiern  Synode  wurde  vielleicht  erst  durch  die  zweite
recht  aufgeweckt  und  verstärkt.  Sehr  alt  muß  sein  Coder
gewesen  seyn,  weil  er  gerade  so  wenige  Stücke  hat,  weil
ihm  vieles  sehlt,  das  Johann  Scholastikus  in  dem  seinigen
las,  der  doch  keine  dreißig  Jahre  jünger  war,  als  der  Uebersetzer
  der  prisca.  Wenn  also  von  der  Authenticität  gewisser
großer  Zusätze  die  Rede  ist,  welche  zum  Tert  der  Cenonum
etwa  in  spätern  Zeiten  hinzugekommen  seyn  könnten.  so  ist
die  Prisca  ein  sehr  brauchbarer  Zeuge;  aber  über  einzelne
Wortvarianten  kann  sie  theils  wegen  ihrer  freieren  Uebersetzungsart,
  theils  wegen  ihrer  Unverständlichkeit  meistens
nicht  entscheiden.  Kirchlicher  Gebrauch  scheint  von  ihr  wenig