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gemacht  worden  zu  seyn;  man  findet  auf  keiner  italiaͤnischen
oder  gallikanischen  Synode,  in  keinem  italiänischen  oder
gallikanischen  Kirchenvater  irgend  einen  ihrer  Canonum  citirt,
und  italiänische  und  gallikanische  Kirchen-Dokumente  wären
doch  noch  diejenige,  wo  man  Hoffnung  haben  könnte,  Spuren
  zu  finden,  weil  alle  Haudschriften  derselben,  die  man
bisher  noch  entdeckt  hat,  zu  einer  dieser  beiden  Kirchen  gehörten.
  Zwar  ist  vielleicht  gerade  dieses,  daß  man  mehrere
Abschriften  derselben  fand,  keine  unbedeutende  Vermuthung
für  ihren  ehemaligen  häufigern  Gebrauch,  und  daß  man  bisher
  in  Synoden  und  Kirchenvätern  noch  so  wenig  Spuren
davon  zu  entdecken  wußte,  liegt  vielleicht  die  Schuld  theils
am  unachtsamen  Suchen,  theils  am  Mangel  mehrerer  Aktenstücke,
  die  man  durchsuchen  könnte.  Aber  die  Vermehrung
der  Handschriften  selbst  kann  doch  gar  zu  leicht  Werk  des
Zufalls  seyn,  weil  mancher  eben  dasjenige,  was  ihm  unter
die  Hände  kam,  und  nicht  gerade  das  norhwendig  Brauchbare
abschrieb,  denn  alle  Handschriften  derselben  sind  ja  doch
jünger  als  Dionysius,  und  nach  Dionysius  hat  der  Gebrauch
derselben,  wenn  irgend  jemals  einer  statt  gehabt  hatte,
ohncdieß  aufgehört.

C.  34.

Die  Unverskändlichkeit  und  Mangelhaftigkeit  der  prisca.
mußte  den  Wunsch  nach  einer  neuen,  deutlichern  und  vollsiändigern
  Uebersetzung  sehr  bald  rege  machen,  die  auch  dadurch
  immer  nothwendiger  wurde,  weil  die  jetzt  ausgebildetere
  Verfassung  der  lateinischen  Kirche,  eines  Gesetzbuchs,
oder  wenigstens  einer  Kenntniß  der  wichtigsten  kirchenrechtlichen
  Entscheidungen  nicht  mehr  entbehren  konnte,  und  da
zu  Anfang  des  sechoten  Jahrhunderts  einige  Liebe  zur  Gelehrsamkeit
  und  zu  den  Wissenschaften  aufzuwachen  schien  —