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Werk  oft  durch  mehrere  Revissonen  erst  seine  Vollkommenheit
zu  geben.  So  scheint  wirklich  der  erste  Theil  der  dionysischen
  Sammlung,  welcher  die  Synodalschlüsse  begreift,  entstanden
  zu  seyn;  es  ist  zwar  auch  bei  dem  wohl  möglich,
welcher  Zutritt  zu  Archiven  hat,  daß  er  anfangs  unvollständige,
  endlich  vollständigere  Exemplarien  findet.  Aber  wer
einmal  sein  Werk  aus  dem  Archiv  ausgearbeitet  hat,  geht
wohl  ohne  dringende  Noth  nicht  zur  neuen  Untersuchung
wieder  hinein,  um  es  revidiren  zu  können;  hingegen  bei  demjenigen,
  welcher  Handschristen  bei  Freunden  und  Bekannten
aufsucht,  kann  es  sich  gar  zu  leicht  ereignen,  daß  ihm  die
vollständigere  Handschrift  zuletzt  in  die  Hände  kommt.  Doch
alles  Streiten  für  und  gegen  die  Sache  taugt  wenig:  wer
die  Hypothese  behaupten  will,  muß  gerade,  weil  er  der  behauptende
  Theil  ist,  historische  Zeugnisse  anbringen,  oder
innere  hochste  Wahrscheinlichkeit  beweisen.  Beides  ist  noch
zu  erwarten  *).  «

HErnestiTheoLBibLlv.Banv.S.880-881.,,Wixwunder11
uns  aber,  daß  die  Herrn  Ballerini  leugnen  koͤnnen,  daß  Dionysius
  die  paͤbstlichen  Briefe  aus  dem  roͤmischen  Kirchenarchiv
genommen.  Die  Gruͤnde  sind  nicht  zureichend.  Denn  wenn  sie
meinen,  daß  erstlich  merkwuͤrdige  paͤbstliche  Briefe  in  seiner
Sammlung  fehlten,  die  doch  in  andern  zu  befinden,  und  zweitens
  wenn  er  sich  des  Archivs  bedient  hätte,  er  eine  groͤßere
Anzahl  abgeschrieben,  und  besonders  etliche  vom  Pabst  Leo,  die
zur  Kirchenordnung  gehören,  seinem  Werk  einverleibet  haben
würde:  so  hätten  sie  vor  allen  Dingen  beweisen  sollen,  daß  damals
  das  päbstliche  Archiv  in  Ordnung  und  vollständig  gewesen,
welches  sie,  wegen  der  großen  Veränderungen  in  Rom,  niemals
werden  behaupten  können.  Was  ist  wahrscheinlicher,  als  daß
Julian,  welcher  Priester  bei  der  ansehnlichen  Kirche  der  heil.
Anastasiä  in  Rom  war,  und  Dyonpsium  angefeuert  hat,  die
Sammlung  päbstlicher  Briefe  zu  beforgen,  ihm  auch  Gelegen-