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und  viele  Zeit  dazu  scheint  wohl  Hadrian  nicht  gehabt  zu
haben.  Handschriften  endlich,  deren  Alter  bis  in  das  Karolingische
  Jahrhundert  hinaufsteigt,  und  bei  welchen  Inschrift
und  Vorrede  deutlich  bezeugen,  daß  sie  den  von  Hadrian
Karln  geschenkten  codicem  enthalten  0),  setzen  es  vollends
außer  allem  Zweifel,  daß  derselbe  nichts  anderes  war,  als
die  dionysische  Sammlung  mit  allen  den  Veränderungen,
wie  sie  damals  in  derselben  schon  stattgefunden  hatten.
Aber  wozu  ein  Geschenk,  das  Karl,  wie  wir  wissen,  selbst
schon  bei  manchen  Kirchen  seines  Reichs  hätte  antreffen
können?  denn  dionysische  Sammlung  hatte  sich  ja,  schon
vor  Karlu,  auch  durch  die  fränkischen  Staaten  ausgebreitet.
  —  Doch  nicht  gerade  so  vermehrr,  wie  sie  jetzt  zu
Hadrian's  Zeiten  war.  Und  hat  cs  denn  Karl  oder  Hadrian
gerade  wissen  müssen,  gerade  wissen  können,  was  für  Handschriften
  hie  und  da  bei  fränkischen  Kirchen  verborgen  seyn
mögen?  Und  wenn  sie  es  denn  auch  beide  gewußt  hätten,
so  war  es  ja  nicht  darum  zu  thun,  daß  Karl  ein  neues
Buch,  das  er  zu  Haus  nicht  haben  könnte,  in  seine  Biblio-*)

  3.  B.  eine  Handschrift  von  S.  Germain,  die  im  Jahr  Zo5  geschrieben
  worden  (s.  Baller.  diss.  pag.  165.).  Harzheim  (Conc.
Germ.  T.  I.  pag.  251.)  sagt  von  einer  seiner  drei  gebrauchten
Handschriften:  Est  lic  Codex  scriptus  sub  pio  Patre  UHildebaldo,
  Archiepiscopo  Coloniensi,  Archicapellano,  adeoque
coaevus  Hadriano  et  Carolo  etc.  —  ut  frons  libri  praelert.
Martene  und  Dürand  trafen  auf  ihrer  zweiten  gelehrten  Reise,
in  der  Westphälischen  Abtei  Verden  einen  ungefähr  Zoo  Jahr
alten  cocer  oanonum  an.  Die  voranstehende  metrische  Dedikation
  Hadrians  an  Karln,  welche  mit  der  Handschrift  von  S.
Germain  vollkommen  übereinstimmt,  beweist  hinlänglich,  daß
es  die  collectio  canonom  sep,  welche  Karl  von  P.  Hadrian  zum
Geschenk  erhielt;  f.  Voisge  litter.  de  deux  religieus  Benedictins.
  Paris  1724.  pag.  :51.