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node  vom  Jahr  879,  die  doch  in  seinem  Syntagma  stehen,
sind  hier  hinweggelassen.  Eine  desto  sonderbarerc  Veränderung,
  da  doch  Photius  kaum  vier  Jahre  nach  dieser  Synode
seinen  Nomokanon  herausgab,  und  eben  dieselbe  einen  recht
feierlichen  Sieg  seiner  Sache  enthielt.  Weniger  unerwartet
ist's,  daß  der  Kanon  der  unter  Cyprian  zu  Karthago  gehalrenen
  Synode  auch  hier  fehlt,  denn  schon  das  Syntagma
gedenkt  seiner  nicht.  Nomokanon  und  Syntagma  hätten
eigentlich  nie  sollen  bei  einer  Ausgabe  getrennt  werden:  sie
verhalten  sich,  wie  man  leicht  sieht,  ungefähr  wie  Realconcordanz
  und  Hauptwerk,  nur  daß  in  dem  letztern  kein  kaiserliches
  Gesetz  vorkam,  und  weil  im  Orient  Macht  der
Kaiser  in  Kirchensachen,  auch  Betriebsamkeit  derselben  in
Theilnehmung  an  Kirchensachen  immer  mehr  zunahm,  so
wurde  der  Gebrauch  des  Nomokanons  immer  nothwendiger,
das  Syntagma  eptbehrlicher;  der  häufigere  Gebrauch  des
Nomokanons  zog  endlich  Scholiasten,  Glossatoren,  Abbreviatoren,
  Korrektoren  herbei,  und  Photius  murde  für  die
morgenländische  Kirche  fast  eben  dasjenige,  was  Gratian  für
die  abendländische  Kirche  ward.  Die  Geschichte  dieser  Handlanger,
  unter  welchen  doch  auch  ein  paar  Männer  von  unterscheidendern
  Verdiensten  waren,  z.  B.  Jonaras  und  Balsamon,
  gehdrt  gar  nicht  in  den  Zeitraum,  von  welchem  hier
Nachricht  gegeben  werden  soll:  so  wichtig  sie  also  auch  immer
  für  Bemerkung  des  kritischen  Gebrauchs  des  photiusischen
  Nomokanons  seyn  mag,  so  wenig  kann  sie  doch  hier
erzählt  werden.

Johann  du  Tillet,  Bischof  zu  Meaur,  gab  zu  Paris
in  4.  1540  eine  Kanonensammlung  7)  heraus,  die  man  ge-%

  Decreta  Aposlolorum  et  sanctorum  Conciliorum,  ex  editione
Joan.  Tillii.  Paris.  1540.  4.