g.  52.

Wenn  schon  der  Apostel  Jakobus  nicht  auf  alle  die
Arten  um  Spanien  sich  verdient  gemacht  hat,  wie  noch  immer
  von  manchen  Spaniern  geglaubt  wird,  und  wenn  schon
die  älteste  Kirchen-Geschichte  dieses  Reichs  voll  unzuverlaͤßiger
  Nachrichten  und  durch  Alterthum  geweihter  Fabeln  ist:
so  bleibt  doch  unleugbar,  daß  außer  Italien  keines  der  europäischen
  Länder  so  frühe  einen  ansehnlichen  und  blühenden
Kirchen-Zustand  gehabt  habe,  als  Spanien.  Schon  die
Geschichte  der  Synode  von  Elvira  beweist  es  genugsam.
In  dem  ersten  Viertel  des  vierten  Jahrhunderts  versammeln
sich  vierzehn  Bischdfe,  ohne  irgend  eine  andere  dringende
Noth,  als  Disciplinar-Kanonen  zu  machen:  es  giebt  unter
ihnen  schon  einen  Episcopus  primae  Cathedrae  *),  gerabe
wie  in  dem  gegenüber  liegenden  Afrika;  dieser  Episcopus
Primse  cathedrsc  scheint  ein  vorzüglicheres  Recht  der  Zuerkennung
  der  Kirchen-Gemeinschaft  zu  haben.  In  der
Reihe  der  Bischöfe,  welche  dieser  Synode  beigewohnt  hatten,
erscheint  ein  Mann,  dessen  Name  auf  dem  Concilium  zu
Nicäa  und  Sardika  als  einer  der  vielbedeutendsten  sich  auszeichnet:
  auf  die  Synode  zu  Arles  wurde  zwar  Hosius  nicht
gerufen,  aber  doch  waren  auch  daselbst  einige  spanische  Bi-*)

  s.  can.  58.