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Codice  canonum  hatte;  nicht  wie  er  sie  selbst  verfertigte,
sondern  wie  er  sie  selbst  schon  vorfand.  Der  Name  isidor'scher
Uebersetzung  hat  überdieß  noch  die  Unbequemlichkeit,  daß
man  gleich-  an  den  für  Deutschland  so  traurig  wichtigen
Betrüger  denkt,  und  die  Uebersetzung  wohl  oft  für  sein
Werk  zu  halten  scheint.  Es  hebt  vielleicht  einige  Unbequemlichkeiten,
  wenn  man  beide  Namen  mit  einem  beständigen
Wechsel  braucht.

(  53.

Man  hat  ziemlich  deutliche  Spuren,  daß  die  Uebersetzung
  der  griechischen  Synodalschlüsse  nicht  auf  einmal  und
von  Einem  Manne  gemacht  worden  *).  Die  Verfasser  gewisser
  kanonischer  Sammlungen,  welche  Handschriften  dieser
Uebersetzung  vor  sich  hatten  und  brauchten,  nehmen  bei
dieser  oder  jener  Synode  entweder  zu  einer  andern  Uebersetzung
  ihre  Zuflucht,  oder  lassen  dieselbe  ganz  hinweg.  Sie
fanden  also  wohl  diese  Synode  damals  noch  nicht  in  dieser
Uebersetzung;  und  es  ist  nicht  wahrscheinlich,  daß  die  Schuld
bloß  an  einer  verstümmelten  Handschrift  lag,  die  sie  hatten,
denn  es  möüßte  zu  sehr  Zufall  scheinen,  daß  Fulgentius
Ferrandus,  ein  Diakon  zu  Karthago  in  der  erstern  Hälfte
des  sechsten  Jahrhunderts,  und  der  Verfasser  der  Tom.  III.,
Opp.  Leonis  abgedruckten  kanonischen  Sammlung  einen
gerade  auf  gleiche  Art  verstümmelten  Codicem  sollten  gehabt
  haben,  und  beide  hatten  doch  eine  Handschrift,  in
welcher  gewiß  keine  chalcedon'sche  Schlüsse  waren,  denn
der  letztere  ergänzte  sie  aus  der  prisca,  und  der  erstere  ließ
sie  ganz  hinweg.  Ist  diese  Spur  von  der  ältesten  Beschaffenheit
  der  spanischen  Uebersetzung  nicht  zu  unsicher,

5  Baller.  dissert.  pag.  Lxix.  etc.

Spittler's  ssmmtl.  Werke.  I.  Band.  12