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sätze,  ächte  und  unaͤchte,  merklich  verschiedene  Lesearten,  nicht
nur  so,  wie  sie  sich  immer  bei  Vermehrung  der  Abschriften
erzeugen  müssen,  sondern  manche  von  der  Beschaffenheit,  als
ob  es  absichtlich  geänderte  wären.

Unter  die  Zusätze  scheinen  mir  die  canones  apostolici
zu  gehdren.  Die  Ballerini  glauben  zwar  (S.  208  n.  16),
sie  seyen  erst  von  Pseudisidor  hinzugekommen;  aber  die  Geschichre
  der  Absetzung  des  Bischofs  Prätertatus  von  Rouen
(  .  Gregor.  Turon.  L.  VII.  c.  19.)  scheint  es  sehr  überzeugend
  zu  machen,  daß  sie  schon  im  siebenten  Jahrhundert
gallischen  Kanonensammlungen  mögen  beigefügt  worden  seyn.
Fast  ein  gleiches  läßt  sich  in  Ansehung  der  annotationes  de
synodis,  des  libellus  Provinciarum,  der  notitia  Galliarum
und  des  ordo  de  cclebrande  concilio  vermuthen.  Man
hat  zu  wenig  Handschriften  verglichen,  um  mit  Gewißheit
sager  zu  können,  daß  sie  erst  von  Pfeudisidor  hinzugethan
worden  seyen:  freilich  hat  es  Wahrscheinlichkeit,  daß  der  Betrüge'
  gesucht  haben  werde,  ächte  und  unächte  Stücke  hinzuzufigen,
  um  letztern  desto  stärkern  Abgang  und  desto  mehr
Scheir  zu  verschaffen:  aber  selbst  auch  diese  ächten  Stücke
könnt'  er  aus  andern  codicibus  canonum  zusammen  gesammelt
  jaben:  ihre  Beifügung  zur  Kanonensammlung  wäre
also  dich  nicht  seine  eigene  Sache.  Viel  wichtiger,  als  das
Bisherge,  ist  es,  zu  unterscheiden,  was  es  denn  für  unächte
Stücke  seyen,  welche  schon  vor  ihm  in  gallikanischen  Sammlungen
  circulirten,  um  nicht  alles  Apokryphische  ihm  zuzuschreiben,
  und  dadurch  seiner  ohnedieß  so  dunkeln  Geschichte
mehr  Vahrscheinlichkeit  und  Licht  zu  verschaffen.  Wahrschein
  ichkeit;  weil  man  doch  auch  bei  einem  Betrüger
glauben  nuß,  daß  er  nach  einem  gewissen  Gesetz  der  Sparsamkeit
  etrogen  habe;  wer  betrügt  mehr,  als  er  nbthig  zu
haben  glubt,  besonders  wenn  durch  Aufhäufung  der  Betrü-