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dert  Jahre  juͤnger  waren,  als  der  beruͤhmte  Bischof  von
Sevilla.

.  B39.

Nun  kommen  in  der  erstern  Haͤlfte  des  neunten  Jahrhunderts
  auf  einmal  Handschriften  zum  Vorschein,  die  von
denen,  welche  wir  bisher  kennen  gelernt  haben,  himmelweit
verschieden  sind.  Es  ist  als  ob  auf  cinmal  ein  ganz  neues
Archiv  der  ältesten  Urkunden  entdeckt  worden  wäre,  und  dreihundert
  Jahre  nach  Dionysen,  der  doch  in  Rom  sammelte,
Gelehrsamkeit,  Fleiß  und  Gelegenheit  genug  zum  sammeln
hatte,  scheint  der  wichtigste  Fund  von  edmischen  Kirchendokumenten
  der  drei  erstern  Jahrhunderte,  im  fränkischen  Reich
disseits  der  Alpen,  gemacht  zu  werden.  Ohne  uns  vorerst
um  die  Aechtheit  oder  Unächtheit  dieser  Stücke  zu  bekümmern,
ohne  uns  mit  Aufsuchung  des  Verfassers  oder  der  Absicht
des  Verfassers  aufzuhalten,  laßt  uns  die  Urkunde  selbst  vorlegen,
  ihre  Verschiedenheit  von  der  vorhergehenden  Sammlung
  bemerken,  und  so  viel  in  der  Kürze  geschehen  kann,  die
Quellen  aufsuchen,  aus  welchen  er  geschdpft  hat,  wenn  er  je
bei  manchen  Stücken  außer  sich  selbst  Quellen  hatte.

.  60.

Aber  hier  entsteht  gleich  anfangs  die  Frage:  welche
Ausgabe  kann  man  als  ächte  Urkunde  des  Pfeudisidor  ansehen?
  Ausgaben  und  Handschriften  gehen  sehr  von  einander
ab;  es  giebt  vollständig  und  mangelhaft  scheinende:  welche
von  beiden  sind  vorzuziehen?  Bei  der  Nachläßigkeit,  womit
  besonders  die  erstern  Conciliensammlungen  veranstaltet
wurden,  und  bei  der  Sorglosigkeit,  womit  man  in  den
neuesten  Sammlungen  die  Fehler  der  ältern  sich  fortpflanzen
ließ,  sind  Ausgaben  hier  wenig  zu  brauchen;  wir  müssen
uns  also  wieder  an  die  Nachrichten  halten,  welche  die  Balle