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rini  aus  vatikan'schen  Handschriften  geliefert  haben,  so  verkehrt
  es  auch  immer  ist,  bei  einem  Aktenstuͤck,  dessen  Vaterland
  Westfranken  ist,  von  welchem  disseits  der  Alpen  der
staͤrkste  Gebrauch  gemacht  wurde,  Nachrichten  aus  Rom  zu
holen.  Man  kann  mit  hoͤchster  Wahrscheinlichkeit  vermuthen,
daß,  wenn  besonders  die  Archive  der  mainzischen  Kirchen
und  die  dort  verborgen  liegende  codices  canonum  genauer
untersucht  würden,  die  ganze  Geschichte  sich  enträthseln,  und
so  viele  Dunkelheiten,  die  wegen  Unvollständigkeit  der  ballerinischen
  Nachrichten  unmöglich  jetzt  noch  aufgeklärt  werden
können,  im  deurlichsten  Lichte  sich  zeigen  müßten.  Publicistische
Gefahr  wäre  bei  der  Bekanntmachung  der  hieher  gehbrigen
Dokumente  gar  nicht  zu  besorgen:  und  doch  würde  es  für
die  dcutsche  Staats=  und  Kirchengeschichte  die  glücklichste  Entdeckung
  seyn,  wenn  man  vielleicht,  wie  es  dem  Abt  Kertschelitsch
  in  Ansehung  der  Ungarn  betreffenden  Bulle  Syloester's
  II.  gelungen  ist,  eigenhändiges  Concept  des  Betrügers,
eigenhändiges  Geständniß  seiner  Absschten  fände.

Die  beste.,  unvermehrteste  und  doch  vollständigste  Handschrift
  des  Pseudisidorus  scheint  den  Ballerini  mit  gutem
Grunde  ein  vatikan'scher  Koder  N.  360.  zu  seyn.  Die  Handschrift
  siammt  aus  Frankreich,  denn  sie  hat  vornen  die  Anmerkung:
  bic  liber  epectat  ed  usum  Joannis  Episcopi
Atrebatensis.  Da  auch  sie  allein  unter  allen  pseudisidor'schen
Handschriften  ein  Schreiben  des  Bischofs  Luitard  von  Vence
(Venciensis  unter  dem  Sprengel  von  Embrun)  an  den  Bischof
  Wenilo  von  Rouen  enthält,  so  muß  sie  aus  Gegenden
berstammen,  wo  dieses  Schreiben  gleichsam  zu  Hause  war.
Ihr  hohes  Alter  verräth  sich  durch  den  voranstehenden  Katalog
  der  römischen  Bischöfe,  der  mit  Nicolaus  dem  I.  aufboͤrt,
  sie  muß  also  zwischen  den  Jahren  858  —  367  (so
lang  regierte  Nicolaus)  geschrieben  seyn,  gerade  demnach  zu