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eingerichtet  gewesen,  welche  Bonifacius  von  dem  Pabst  erhalten
  habe.  Vonifacius  hat  keine  vom  Pabst  erhalten;  was
mag  das  also  für  eine  Sammlung  seyn,  die  nach  dem  Muster
  der  bonifaciusischen  eingerichtet  gewesen?  Die  Veranstaltung
  einer  ganz  neuen  kanonischen  Sammlung  war  auch
damals  keine  so  leichte  Sache:  von  so  vielen  gelchrtern  Bischfen
  dieser  Zeit  hat  sich  keiner  unterfangen,  diese  Arbeit
auszuführen.  Vielleicht  ist  der  ganze  neue  coder  canonum
emtweder  ein  alter  längst  bekannter,  den  Herr  Gr.  für  neu
hielt,  weil  er  dem  dionysischen  nicht  aͤhnlich  sah,  oder  es  sind
bloß  capitula  Episcopi  Rachionis,  und  alsdenn  ist  in  der
That  der  Name  codex  canonum  viel  zu  prächtig.

Wenn  Herr  Granddidier  sein  Versprechen  erfüllt,  und
diese  neue  bisher  unbekannte  Kanonensammlung  in  einem
der  folgenden  Bände  abdrucken  läßt,  so  wird  es  sich  zeigen,
ob  unsere  Vermuthungen  richtig  sind.  So  lange  er  aber  etwa
bloß  überhaupt  erweist,  daß  sich  Bischof  Rachion  gewissen
Zudringlichkeiten  des  rdmischen  Bischofs  widersetzt  habe,
und  nicht  zeigt,  wie  man  von  Rom  aus  bei  Behauptung
dieser  Zudringlichkeiten  auf  die  pseudisidor'schen  Dekretalen  sich
berufen  habe,  so  halten  wir  seine  Behauptung  von  diesem
so  frühen  Gebrauch  derselben  für  unrichtig  ).

K.  65.
Weil  es  also  unmöglich  scheint,  das  Alter  der  falschen
Dekretalen  durch  äußere  Gründe  zu  bestimmen,  so  mögen

*)  Im  zweiten  Theil  giebt  nun  Granddidier  (Urkundenbuch  S.
141.)  weitere  Nachricht  von  dieser  Sammlung,  woraus  höchst
wahrscheinlich  erhellt,  daß  sie  nichts  anderes  ist,  als  eine  Kompilation
  aus  der  dionpsischen  und  gallischen  (spanischen).  Von
falschen  Dekretalen  kommt  gar  nichts  darin  vor.  Die  erste  Dekretale
  ist  von  Bischof  Damasus  an  Bischof  Paulin  in  Antiochien.