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von  Rom  hatte  seine  Kraͤfte  kennen  gelernt,  indem  er  sich
als  Werkzeug  eines  andern  brauchen  ließ:  die  Koͤnige  selbst
hatten  ihn  gleichsam  gezwungen,  sich  zu  empfinden;  aber
was  ließ  sich  leichter  erwarten,  als  daß  er  nun  auch  für
sich  zu  thun  versuchen  würde,  was  er  so  lange  bloß  für
andere  gethan  hatte?  So  schlägt  Gottes  Vorsehung  die
Menschen  oft  mit  der  Ruthe,  die  sie  für  andere  gebunden
hatten,  und  Childerich's  Entkthronung  war  im  Grunde  wahres
Vorspiel  von  Heinrich's  Tragdie  zu  Canossa!

Der  Schade,  den  die  pseudisidor'schen  Dekretalen  in  der

ganzen  Kirchenverfassung  anrichteten,  fraß  tiefer  und  weiter
als  ein  Krebs  um  sich;  nach  einem  kurzen  Kampf,  und
etlichemal  wiederholren  Versuchen  einiger  verständigern  Bischöfe
  siegte  Roms  gläcklicher  Genius;  die  ganze  alte
Kirchen-Disciplin  war  dahin,  die  bisherige  Aristokratic  loͤste
sich  in  den  schrecklichsten  Despotismus  auf,  alle  alte  noch
so  wohl  gegründete  Rechte  wurden  verdrängt,  und  in  der
ganzen  katholischen  Welt  empfand  vielleicht  kein  Land  die
Wunde  so  früh,  keinem  Lande  wurde  sie  so  tief  geschlagen
als  uns  Deutschen.
&amp;  Es  ist  der  Mühe  wetth,  die  Geschichte  dieser  traurigen
Veränderung  nach  allen  ihren  Beziehungen  zu  übersehen,
weil  von  jetzt  an  kanonisches  Recht  ganz  etwas  anderes
heißt  als  bisher,  und  auch  die  Beschaffenheit  der  bald  zu
beschreibenden  kanonischen  Sammlungen  nicht  beurtheilt  werden
  kann,  wenn  man  nicht  die  jetzt  ganz  veränderte  Kirchenverfassung
  beständig  vor  Augen  hat.

K.  67.
Gerleich  in  den  ersten  Streitigkeiten,  bei  deren  Entscheidung
  man  sich  auf  die  falschen  Dekretalen  berief,  entwickelte
  sich  die  Mannichfaltigkeit  des  Schadens,  welchen,