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toritaͤt  koͤnne  dadurch  gar  nichts  benommen  seyn,  weil  viele
andere  in  der  That  doch  aͤchte  und  guͤltige  Verordnungen  roͤ-mischer
  Bischoͤfe  in  den  codicen  canonum  nicht  eingetragen
seven:  und  ohne  Rücksicht,  ob  sic  daselbst  eingetragen  seyen
oder  nicht,  müßten  sie  bloß  deßwegen  als  gültig  angesehen  werden,
  weil  sie  Schreiben  rdmischer  Bischèfe  seven?).
Es  scheint  auch  in  der  That  selbst  für  den  Curialisten  noch
rühmlicherer  Ausweg  zu  seyn,  gestehen,  daß  Nicolaus  mit
allen  seinen  Nachfolgern  geirrt  habe:  als  zugeben,  daß  der
Pabst,  da  die  Parteien  selbst  über  die  Authenticitaͤt  dieser  Aktenstuͤcke
  sich  zankten,  aus  einer  weisen  Oekonomie  derjenigen
beigetreten  sey,  welche  seinem  Interesse  am  vortheilhaftesten
war.  In  den  jansenistischen  Streitigkeiten  ist  bekanntlich  die
Distinktion  zwischen  einem  Irrthum,  der  bloß  ein  Faktum

betrifft,  und  einem  Irrthum,  der  eine  Glaubenslehre  betreffe,

sehr  häufig  gebraucht  worden,  und  man  hat  geglaubt,  die
erstere  Art  von  Trüglichkeit  annehmen  zu  können,  ohne  die
Auktorität  des  apostolischen  Stuhls  zu  schwüchen.  Nur
Schade,  daß  es  sich  nicht  so  treunen  läßt!  denn  daß  Jesus
der  Messias  sey,  ist  auch  Faktum,  und  doch  möchte  Irrthum
in  Rücksicht  auf  dieses  Faktum  nicht  so  ganz  der  Untrüglichkeit
  unbeschadet  Statt  haben.  Man  hat  auch  in  gegenwärtigem
  Fall  diese  Distinktion  gebraucht:  aber  es  floßen  aus
diesem  bloß  ein  Faktum  betreffenden  Irrthum  wichtige  Glaubensartikel;
  die  Scheidung  scheint  also  auch  hier  nicht  ganz
brauchbar  zu  seyn.  «

Fasi  aus  eben  der  Quelle,  aus  welcher  die  erste  sich  so
ungluͤcklich  endigende  Streitigkeit  entstund,  war  auch  die
zweite  entsprungen,  und  so  vorsichtig  Hinkmar  auch  hier  noch

%  Mansi  Tom.  XV.  col.  695  —  696.  oder  auch  Dist.  XIX.
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