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nensammlungen:  nicht  nur  weil  keine  Art  von  Handschriften
  nach  und  nach  so  viele  Veraͤnderungen  von  Abschreibern
erlitten  hat,  sondern  auch  weil  diese  Veraͤnderungen  mit  dem
Fortgang  der  Zeit  gesetzmäßig  geworden.

Ist  der  kritische  Gebrauch  dieses  Werks  nicht  der  vorzuͤglichste,
  so  ist  sein  historischer  desto  wichtiger.  Aus  den
beigefügten  Scholien  wird  man  zwar  selten  lernen,  was  der
eigentliche  Verstand  der  Urkunde  sey.  Wir  haben  gegenwärtig
  mehr  Hülfsmittel  zu  Findung  desselben,  als  jene
Scholiasten  hatten  oder  zu  gebrauchen  wußten,  und  die  Unbefangenheit,
  mit  welcher  wir  ihn  untersuchen  können,  macht
uns  anch  für  die  Untersuchung  selbst  um  so  geschickter,  als
sie  seyn  konnten,  welchen  der  einmal  angenommene  Gerichtsgebrauch
  und  das  Beispiel  vieler  vorhergehenden  Erklärer
zum  Hinderniß  wurde.  Aber  für  die  Geschichte  des  zwoͤlften
  Jahrhunderts,  und  fuͤr  diese  hauptsächlich  ist  gegenwärtiges
  Wetk,  bleibt  es  eine  Sache  von  der  größten  Wichtigkeit,
  zu  wissen,  wie  sie  ihre  Gesetze  damals  verstanden  haben,
also  auch  das  Recht  und  Unrecht  streitender  Parteien,  das
nicht  von  der  wahren,  sondern  von  der  als  wahr  angenommenen
  Erklärung  eines  Gesetzes  abhängt,  richtig  zu  beurtheilen.


Die  Scholien  des  Zonaras  und  Balsamon  sind  voll
der  brauchbarsten  kleinen  Nachrichten  für  die  Geschichte  ihrer
  Zeit,  und  es  wäre  sehr  zu  wünschen  gewesen,  daß  Beveridge
  in  seinen  Erläuterungen  mehr  darauf  Rücksicht  genommen
  hätte,  als  daß  er  öfters  die  Scholiasten  als  Eregeten
  des  Kanons  ansah.