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große  Verschiedenheit  nach  den  äußern  Umständen  der  Gemeinen
  war.  Unterdeß  moͤgen  doch  folgende  Punkte  im  Allgemeinen
  ziemlich  richtig  seyn:  es  ist  uns  ohnedieß  nur  darum
  zu  thun,  die  Entstehung  und  wahre  Beschaffenheit  der
Bußbücher  kennen  zu  lernen).

*)  Man  hat  uber  die  Materie  vom  Pönitenz-Wesen  der  aͤltern
christlichen  Kirche  sehr  viele  treffliche  Schriften.  Der  Streit,
den  die  Portroyalisten  veranlaßten,  hat  zu  Aufklärung  der  Sache
manches  beigetragen,  und  vielleicht  selbst  zur  Entstehung  des
Hauptwerks,  das  von  der  Buße  geschrieben  worden  ist,  Gelegenheit
  gegeben.  Das  Hauptwerk  über  diese  Materie  ist  nehmlich
Commentarius  historicus  de  disciplina  in  administratione
Sacramenti  poenitentiae,  tredecim  primis  seculie  in  Ecclesia
Occidentali  et  huc  usque  in  Orientali  observata,  auet.  Jo.
Morino.,  Die  erste  Ausgabe,  Paris  1651.  die  nachfolgenden,
Antwerpen  1682.  Brüfssel  1665.  Venedig  :702.  sol.  Eines
der  gelehrresten  Werke  über  eine  Materie  des  kirchlichen  Alterthums,
  das  aber  gleich  bei  seinem  ersten  Erscheinen  unangenehmen
  Schicksalen  ausgesetzt  war.  Der  Portropalistenstreit  war
gerade  in  der  größten  Gährung,  da  das  Buch  erschien,  und
es  war  in  demselben  außerordentlich  viel  enthalten,  das  die
Portropalisten  zu  Behauptung  ihrer  strengern  Begriffe  von  der
Pönitenz  nutzen  konnten.  Aber  der  Verf.  hatte  sich  doch  bei
ihnen  dadurch  verhaßt  gemacht,  daß  er  sich  in  der  Vorrebe  gerade
  gegen  sse  erklärt.  Der  Portroygliste  kaufte  also  das  Werk
nicht,  weil  er  den  Verf.  für  seinen  Feind  hielt,  und  der  Antiportroyaliste
  ließ  es  liegen,  weil  er  sich  von  Fuß  zu  Fuß  darin
widerlegt  fand.  So  konnte  der  Buchhändler  von  einem  der
gelehrtesten  und  nüglichsten  Werke  zehn  Jahre  lang  kein  Eremplar
  absetzen.  S.  Simon  Critique  de  Dupin,  Tom.  II.  pag.  50.
Mühsam  und  schwer  ist  die  Lektüre  dieses  Werks,  weil  der
Verf.  nicht  immer  die  Gabe  gehabt,  gelehrt  und  evident  zugleich
zu  schreiben,  manchmal  auch  allzusehr  auf  Nebenfragen  sich  verbreitet,
  die,  auch  auf  das  genaueste  beantwortet,  von  keinem  besondern
  Nuczen  zu  seyn  scheinen.

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