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nem  Christen  der  ersten  Jahrhunderte  gefordert  worden,  als
jetzt  nach  Vorschrist  der  Pönitentialien  gefragt  und  gebeichtet
werden  sollte,  und  von  einer  solchen  Mannigfaltigkeit  der
Strafen  hatte  man  auch  nicht  gewußt,  als  jetzt  bei  vervielfältigter
  Bemerkung  der  Verbrechen  nothwendig  war.  Es
gab  in  den  alten  Zeiten  dreierlei  Klassen  von  Pönitemen,
und  unter  diesen  drei  Klassen  war  alles  begriffen,  wer  Buße
zu  thun  hatte.  Aber  jetzt  ließen  sich  nicht  mehr  Klassen
machen,  denn  das  ganze  Buß-Ceremoniel  hatte  sich  geändert.
  Was  ehemals  die  Hauptsache  war,  daß  öffentliche
arme  Sünder  dastehen  vor  der  Gemeine,  das  war  fast  ganz
abgekommen  und  nur  für  wenige  größere  Fälle  aufbehalten.
Hingegen  die  Nebensache,  daß  man  dem  armen  Sünder
zu  Gemüth  führte,  wie  er  zu  Hause  fasten,  beten  und  Almosen
  geben  solle,  —  das  war  nun  Hauptsache  geworden.
Ehemals  hatten  sie  mit  der  Absolution  gewartet,  bis  die
Phnitenz  gelcistet  war;  wer  wollte  nun  aber  so  lange  warten,
  wenn  Jahre  laug  gewisse  Fasten  vorgeschrieben  wurden,
und  eine  Anzahl  von  Pfalmen  gebetet  werden  sollte,  mit
welcher  man  so  bald  nicht  fertig  werden  konnte?

In  der  ersten  christlichen  Kirche,  wo  noch  jeder  ganz
fühlbar  für  die  Ehre  war,  Mitglied  der  Gemeine  zu  seyn  —
mochte  es  in  der  That  als  schwere  Strafe  angesehen  werden,
von  den  Zusammenkünften  oder  wenigstens  von  den  rührendsten
  Auftritten  bei  denselben  ausgeschlossen  seyn;  aber
dem  Christen  des  siebenten  und  achten  Jahrhunderts  durfte
man  diese  Strafe  nur  sparsam  auflegen,  sonst  hätte  er  zuletzt
  bewiesen,  wie  selbstgewünscht  eine  solche  Strafe  für  ihn
sey.  Hingegen  wie  ausgesucht  peinigend  das  Fasien  und
Palmsingen  dem  kriegerischen  Franken  oder  Gothen  gewesen
seyn  mag,  läßt  sich  leicht  aus  den  Nachrichten  beurtheilen,
welche  man  sonsi  von  dem  Charakter  dieser  kriegerischen  Na-