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tionen  hat.  In  Aegypten  und  Syrien  laͤßt  sich  bequem
fasten,  denn  dort  ist  es  ohnedieß  ungesund,  viel  Fleisch  zu
essen;  so  sagten  die  Gallischen  und  Italiaͤnischen  Moͤnche
schon  im  fuͤnften  Jahrhundert,  und  sprachen  sich  von  der
strengen  Lebensart  der  morgenlaͤndischen  Moͤnche  frei.  Wenn
selbst  der  Moͤnch  unter  einer  gewissen  Disciplin  seufzet,  wie
druͤckend  muß  sie  fuͤr  den  uͤbrigen  großen  Haufen  seyn,  wie
froh  muß  also  alles  ergriffen  werden,  was  sich  statt  solcher
Bußübungen  als  Ersatz  geben  läßt!  Und  darauf  wurde
nach  und  nach  alles  recht  bequem  eingerichtet.

.  5.

Theodor  hatte  in  seinem  Bupßbuch  alles  nach  einer  gewissen
  Anzahl  von  Fasten,  Pfalmenbeten  und  Almosen  tarirt:
  er  war  zwar  schon  sehr  reich  in  Bestimmung  einer  gewissen
  Mannigfaltigkeit  von  Sündenfällen  und  in  sorgfältiger
  Abmessung  der  korrespondirenden  Strafen,  aber  seine
Schrist  kann  doch  noch  ohne  Erröthen  gelesen  werden.  Er
hatte  seine  Tare  schon  so  eingerichtet,  daß  man  sich  die
Fasten  nach  Belieben  auch  in  eine  gewisse  Quantität  von
Pfalmenbeten  oder  in  eine  gewisse  Summe  Almosen  verwandeln
  konnte,  aber  wenn  Geld  für  das  Fasten  gegeben
werden  sollte,  so  war  es  immer  nur  allein  zum  Behuf  der
Armen,  die  Kirche  zog  noch  keinen  Profit  von  den  Sünden
ihrer  Mitbürger.  Wer  nicht  einen  Tag  bei  Wasser  und
Brod  fasten  mochte,  durfte  nur  dafür  fünfzig  Psalmen  knieend
  in  der  Kirche  singen,  und  wenn  ihm  auch  das  Knicen
beschwerlich  war,  so  konnte  er  sich  dieses  damit  abkaufen,
daß  er  einen  Armen  an  selbigem  Tag  speiste.  Weil  aber
auch  Psalmensingen  nicht  jedermanns  Sache  war,  (wie
viele  mochten  wohl  damals  nicht  lesen  können,  wie  viele
nicht  so  viel  Pfalmen  auswendig  wissen!)  so  konnte  sich  der