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wohl  Nicolaus  l.  nie  geglaubt,  daß  eine  Zeit  kommen  werde,
wo  selbst  die  Pfseudisidor'schen  Produkte  zur  Beurkundung
der  rômischen  Prätensionen  nicht  mehr  tauglich  seyn  konnten,
vielmehr  aufgegeben  werden  müßten,  um  dem  Fortgang  der
Hierarchie  kein  Hinderniß  zu  mochen.  Ueber  ein  halbes
Jahrhundert  lang  haben  die  Päbsie  den  Kaisern  das  Leben
bitter  gemacht,  um  die  Wahlsreiheit  der  teutschen  Stifter
zu  versichern,  und  wie  viele  Mühe  haben  sie  sich  nachher  in
Frankreich  gegeben,  diese  Wahlfreiheit  zu  unterdrücken,  und
den  König  zum  Herrn  der  Erselzung  der  Beneficien  zu  machen,
die  Verschiedenheit  der  Verfassungen  Teutschlands  und  Frankreichs
  war  nicht  Schuld  hieran,  sondern  die  verschiedene  Einsicht
  und  die  verschiedenen  Bedürfnisse  der  Päbste  ?).  Die
päbsiliche  Hierarchie  ist  ein  Gebäude,  deren  Grundlage  nicht
für  eine  so  kolossalische  Masse  besiimmt  war,  als  in  der
Folge  darauf  hingethürmt  wurde:  wie  war  es  also  anders
zu  machen,  als  daß  von  Zeit  zu  Zeit  Streckbalken  herausgenommen,
  und  andere  höher  hinauf  reichende  gesetzt  wurden?

Ich  wende  mich  nach  Beschreibung  dieser  besondern
Sammlungen,  welche  bloß  Gesetze  einer  gewissen  Hauptma-=terie
  betreffen,  wieder  in  das  Allgemeine,  und  setze  nur  vorher
  den  Gesichtspunkt  fest,  aus  welchem  alle  diese  nach  Materien
  geordnete  Sammlungen  meines  Erachtens  beschrieben
und  beurtheilt  werden  muͤssen.

*)  Vergl.  wegen  dieser  zwei  Bemerkungen  Schmid's  Geschichte  der
Teutschen,  II.  Theil  S.  274.  v.  Herr  Schmid  ist  auch  der
erste  Schriftsteller,  der  den  historischen  Gebrauch  der  Pönitentialien
  besonders  in  Rücksicht  auf  herrschende  Gebrauche  und
Meinungen  wahrnahm.  Noch  mchrere  und  reichhaltigere  Bemerkungen
  würden  sich  in  einer  Geschichte  der  Neligion  aus  denselben
  ziehen  lassen.