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selbst  werden  die  Worte  der  Kapitularien  immer  nur  als
Worte  gewisser  Synoden  oder  gewisser  roͤmischen  Bischoͤse
angegeben,  und  ein  einzigesmal,  wo  er  es  nicht  mehr  abgehen
  kann,  ein  paar  Kapitularien  Karl's  des  Großen  zu
citiren,  versieht  er  sie  gleichsam  mit  dem  Gesundheitspaß,
sie  seyen  von  den  Bischdsen  zu  Aachen  gebilligt  worden.  So
tief  lag  ihm  die  Meinung  im  Kopf,  daß  weltliche  Herren
keine  Gesetze  für  die  Kirche  machen  könnten,  und  so  sollte
selbst  auch  jede  Spur  ihrer  ehemals  ausgeübten  Gewalt  aus
dem  Kirchengesetzbuch  vertilgt  werden.

Burkard  har,  wie  die  Vergleichung  seines  Werks  zeige,
sebr  viel  aus  Regino  ausgeschrieben,  nur  immer  den  Regino
erst  nach  den  hierarchischen  Hypothesen  seines  Zeitalters  orthodor
  gemacht.  Für  einen  Teutschen  war  die  Sammlung
sehr  wichtig,  denn  bis  auf  Gratian's  Zeiten  bekamen  die
Teutschen  keine  eigene  Sammlung  mehr,  und  Burkard  war
immer  noch  der  einzige,  bei  welchem  man  teursche  Concilien
mit  einiger  Vollständigkeit  antraf.  Wahrscheinlich  kam  es
auch  daher,  daß  selbst,  nachdem  bald  eine  große  Menge  mehrerer
  Sammlungen  folgte,  Burkard  doch  immer  einen  gewissen
  Vorzug  vor  den  übrigen  behielt,  und  endlich  der  Schade,
welchen  er  mit  muthwilliger  Verwechslung  der  Ouellen
seiner  Dekrete  angerichtet  hatte,  dadurch  unheilbarer  wurde,
daß  Gratian  bei  Ausarbeitung  seines  Dekrets  die  Sammlung
des  Burkard  als  einen  Hauptschriftsteller  benützte.

Die  Conciliensammler  haben  die  canones,  welche  dadurch
  verdächtig  werden,  daß  sie  Vurkard  allein  als  Schlüsse
einer  gewissen  Synode  anführt,  gewöhnlich  den  übrigen  bloß
als  Anhang  beigefügt.  Es  war  rathsam,  sie  nicht  ganz
hinwegzuwerfen,  weil  sich  doch  bei  genauerer  Durchsuchung