Vorbereitung.

g.  L.

„Es  gehdrt  selbst  zu  den  Lehren  der  Christlichen  Religion,
daß  sich  ihre  Bekenner  zu  einer  gewissen  aͤussern  Gesellschaft
vereinigen  sollen;  und  wenn  auch  die  ersten  Lehrer  derselben
nicht  so  sehr  darauf  gedrungen  haͤtten,  so  trug  doch  wie  zur
Bildung,  so  auch  uͤberhaupt  zur  Existenz  einer  solchen
äussern  Gesellschaft  schon  die  Art  der  ersten  Ausbreitung
dieser  neuen  Religionslehren  sehr  viel  bei,  und  es  ist  in  beidem
  eine  der  sichtbarsten  Spuren  des  Juͤdischen  Ursprungs
der  Christlichen  Kirche.

Die  Schicksale  dieser  Gesellschaft,  zum  Bekenntniß  gewisser
  Religionslehren  vereinigt,  ihre  abwechselnden  aͤussern
Verhaͤltnisse  und  ihre  wandelbare  innere  Verfassung,  nebst
den  verschiedenen  Umformungen  dessen,  was  sie  bekannte  —
soll  die  Christliche  Kirchengeschichte  schildern.

K.  #

Bei  keiner  Art  von  Geschichte  ist  es  so  nothwendig  als
hier,  vorläufig  den  Gesichtspunkt  festzusetzen,  aus  welchem
sie  betrachtet  werden  muß,  und  sich  mit  einigen  Regeln  der
Vorsicht  genau  bekannt  zu  machen,  ohne  deren  Beobachtung
  keine  zuverläßige  und  brauchbare  Kenntniß  möglich  ist.
Nirgends  wird  man  mit  einer  Menge  von  Begebenheiten  so
überhäuft  als  hier.  Keinen  Theil  der  Geschichte  hat  frommer
und  ruchloser  Partiegeist  so  zerrüttet  als  diesen;  beide  holen
noch  immer  von  dorther  Beweise,  welche  oft  nicht  blos  auf
Verdrehung  einzelner  Stellen  der  Alten,  sondern  auf  den  künstlichsten

  Verschiebungen  des  Zusammenhangs  der  Geschichte
Spittler's  simmtl.  Werke.  II.  Bd.  1