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so  truͤbe,  wie  viel  mißtrauischer  wird  man  gegen  diejenigen
seyn  müssen,  welche  ihren  Strom  erst  aus  diesen  Quellen
zusammengeleitet  haben!  Vorurtheil  für  und  wider  alte  Ketzer
  oder  Orthodore,  unglückselige  Fertigkeit,  Begriffe  neuerer
Zeiten  den  altern  zu  unterschieben,  Traͤgheit  aus  der  Quelle
zu  schoͤpfen,  geschmackloses  Eroͤrtern  der  unbedeutenbsten
Kleinigkeiten,  wodurch  aller  wahre  Nutzen  der  Geschichte
zernichtet  wird  —  wie  viele  solcher  Realeintheilungen  der
ältern  und  neuesten  Kirchen  =  Geschichtschreiber  könnte  man
machen!  Nicht  Barönius  allein  ist  parteiisch,  auch  der
Ketzerpatron  Arnold  hat  seine  Schwäche;  man  kann  dfters
auch  dem  Pabste  zu  viel  thun,  die  Kirchenväter  verunglimpfen,
  weil  sie  nicht  wußten,  was  wir  wissen,  und  oft  ist
es  der  geradeste  Weg,  historische  Wahrheit  zu  verfehlen,
wenn  man  immer  auf  die  Prätensionen  der  Roͤmischen
Kirche  polemische  Rücksicht  nimmt.

S.  7.

Die  Quellen  der  Kirchengeschichte  theilen  sich,  wie  bei
jeder  Geschichte,  in  Documente,  Schriftsteller  die
als  Zeugen  gelten  können,  und  Bearbeiter).

*)  Auf  die  Litterärgeschichte  der  Kirchenhlstorie  hat  Sagl#  ttarius
  iniroductione  in  hist.  Eccles.  vorbereitet.  Der  dritte
  Band  des  Bünaulschen  Katalogus  ist  ein  noch
nüßlicheres  Hülfsmittel.  Pfaff's  (introduct.  in  bist.  theol.
litterar.)  scheinbarer  Reichthum  wird  billlg  durch  den  zwar  är"
mern,  aber  getreuern  Bud  deus  (isagoge  historico  übcol.)
falt  entbehrlich  gemacht.  Der  erste  Band  der  Schröckhischen
Kirchengeschichte  ist  voll  der  treffendsten  und  nüßlichsten  Bemerkungen
  für  die  Litteratur  der  Kirchengeschichte.  C.  W.  Fr.
Walch's  Grundsäße  der  zur  Neutestamentl.  KHist.  nöthigen
Vorbereitungslehren  und  Bücherkenntniß  (Gött.  1753,  8.)  sind
als  Entwurf  das  beste.