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nes  Lebens  machte.  Hoͤchstens  eigentlich  nur  dritthalb  Jahre
lebte  er  fuͤr  die  Geschichte;  denn  so  ausgezeichnet  merkwuͤrdig
  manche  Umstaͤnde  seiner  Geburt  waren,  und  besonders
vielleicht  für  einen  Juden  seyn  mußten,  welchen  die  Versicherungen
  seiner  Propheten  schon  seit  langem  her  mit  großen
  Hoffnungen  einer  sehr  glücklichen  Zukunft  belebt  hatten:
so  wurde  doch  diese  erst  erregte  Aufmerksamkeit  durch  das
nachfolgende  Leben  gar  nicht  unterhalten.

Er  erschien  erst  wieder  im  dreißigsten  Jahr  seines  Alters,
  aber  itzt  schon  mit  einem  so  ausgebildeten  Charakter,
unter  so  allgemeinem  Aufsehen,  so  unermüdet  wirksam  und
gerade  auch  unter  so  treffenden  Umständen,  daß  man  schon
damals  einer  wichtigen  Veränderung  entgegen  sehen  mußte.
Die  Religion  seiner  Nation,  in  deren  Verbesserung  eines
seiner  Hauptgeschäfte  bestund,  war  als  Religion  betrachtet
fast  zur  bloßen  äußeren  Ceremonie  geworden,  und  hatte  für
das  Volk,  wie  für  die  Vornehmeren,  fast  alle  moralische
Wirkung  verloren.  Als  Theologie  betrachtet  war  sie  ein
Gegenstand  des  Gezänkes  vorzüglich  dreier  Partien,  Phariscer,
  Sadducäer  und  Essäer,  welche  in  den  wesentlichsten
  Religionsgrundsätzen  von  einander  abgiengen,  und
nur  in  dem  Wunsche  übereinstimmten,  ihre  Nation  von  dem
drückenden  Joche  der  Römer  und  von  den  Idumäischen  Tyrannen
  endlich  befreit  zu  sehen.

Zu  keiner  Partie  schlug  sich  der  neue  Lehrer;  wenn  er
diese  strafte,  so  schonte  er  jener  nicht.  Er  hatte  auch  solcher
dußeren  Partie#nhülfe  gar  nicht  nöthig,  denn  seinen  moralischen
  Ermahnungen  gab  Wahrheit  und  eigenes  unsträfliches
Beispiel  den  rührendsten  Nachdruck;  und  zu  seinen  Behauptungen
  von  der  hohen  göttlichen  Würde  seiner  Person