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Streiten  macht  einen  wichtigen  Theil  der  nachfolgenden  Erzaͤhlung
  aus.  Der  Historiker  darf  also  hier  um  so  weniger
seine  Ueberzeugungen  als  Geschichte  angeben,  da  das  Buch,
aus  dessen  Nachrichten  die  ganze  Sache  beurtheilt  werden
muß,  in  Jedermanns  Haͤnden  ist,  und  von  Jedem  eigene  Un—
tersuchung  fordert,  der  nicht  gegen  die  wichtigsten  Angelegenheiten
  des  Menschen  ganz  gleichgültig  bleibt.

§S.  2.
Geschichte  der  ersten  Schüler  und  Apostel  desselben.

Den  größten  Theil  der  drittehalb  Jahre,  welche  Jesus
ffentlich  zum  Wohl  der  Welt  verwandt  hat,  widmete  er  besonders
  der  Bildung  zwölf  junger  Männer,  die  er  in  seinen
vertrautesten  Umgang  nahm,  und  welche  er  sich  recht  eigentlich
  für  die  Absicht  erziehen  zu  wollen  schien,  um  durch  sie
das,  was  er  selbst  kaum  anzufangen  Zeit  hatte,  vollkommen
auszuführen.  Diese  Zwölfe  —  Apostel  heissen  sie  von  dieser
ihrer  Bestimmung  —  waren  Zuhörer  der  wichtigsten  seiner
Unterredungen,  Zuschauer  seiner  entscheidendsten  Thaten,  zum
Theil  auch  Zeugen  feierlicher  Erklärungen,  welche  Gott  selbst
vom  Himmel  herab  seinem  Sohne  gegeben  hatte.  Sie  blieben
  freilich  bei  allem,  was  auch  drittehalbjähriger  Umgang
mit  Jesu  zu  Aufklärung  und  Besserung  ihrer  wahrhaftig  redlichen
  Seelen  beitragen  konnte,  immer  doch  noch  Menschen
und  Juden.  Trotzig  und  verzagt,  voll  Nationalvorurtheile,
durch  welche  auch  sie  verhindert  wurden,  den  Vortrag
Jesu  nur  recht  zu  fassen,  und  noch  mehr  entsprangen  aus
dieser  Quelle  besiändige  innere  Zwistigkeiten  unter  ihnen
selbst.

Es  schien  eine  schlimme  Aussicht  für  die  Zukunft  zu
seyn,  wenn  diese  Männer  die  wichtigsten  Religionswahrhei-