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Durch  Handel  und  andere  politische  Verbindungen  waren
  alle  Theile  der  damals  fuͤr  gesittet  gehaltenen  Welt,  in
so  beständiger  wechselsweisen  Mittheilung,  daß  es  nur  Beruͤhrung
  eines  Puncts  im  Cirkel  bedurfte,  um  den  ganzen
Cirkel  in  Feuer  zu  setzen,  und  wenn  itzt  der  Missionarius
rest  muͤhsam  verschiedene  Sprachen  der  Voͤlker  lernen  muß,
so  konnte  der  Apostel  damals  allein  durch  sein  Griechisch
vom  Euphrat  an  bis  an  den  Ebro  allen  verstaͤndlich  werden.

g.  4.

Erste  Ausbreitungen  und  Schicksale  des  Christenthums.
Man  hat  keine  zuverlässige  Nachrichten,  durch  deren
Huͤlfe  man  bestimmen  koͤnnte,  wie  weit  sich  die  Christliche  Lehre
durch  die  Apostel  selbst,  oder  durch  andere  ihnen  gleichzeitige
Lehrer  verbreitet  habe.  Ein  großer  Theil  der  Länder  jenseits
des  Euphrats,  Syrien,  Aegypten,  Kleinasien,  das  Europäische
Griechenland  und  Italien  empfiengen  ganz  gewiß  den  ersten
Unterricht  von  den!  Aposteln  selbst.  Aber  Franzosen  und  Spanier
  möchten  auch  gerne  unmittelbare  Schüler  eines  Apostels
seyn,  und  manche  der  morgenländischen  Christen  tragen  sich

mit  Nachrichten  von  Aposteln,  als  ihren  ersten  Lehrern.

Weit  historisch  genauer  läßt  sich  zeigen,  wie  sich  aus
dem,  was  anfangs  bloß  Iüdische  Secte  zu  seyn  schien,  eine
eigene  für  sich  bestehende  Gesellschaft  gebildet  habe.  Jesus
selbst  hatte  noch  keine  Kirche  gestiftet.  Auch  die  Apostel
giengen  sehr  langsam  dabei  zu  Werk,  und  sie  ließen  die  Kirche
  mehr  sich  selbst  bilden,  als  daß  sie  den  Gang  ihrer  Entwicklung
  beschleunigt  hätten.  Es  fiel  ihnen  selbsi  schwer,  von
ihren  alten  Glaubensgenossen  sich  ganz  loszureissen,  und  vielleicht
  würe  das  Band  zwischen  dieser  so  genannten  Christensecte
und  zwischen  der  Jüdischen  Kirche  nicht  einmal  so  fruͤh  aufgeldst
  worden,  wenn  nicht  die  eigene  Gewaltthätigkeit  der